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Celle Stadt Streik legt Celler Busverkehr lahm (mit Bildergalerie)
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Streik legt Celler Busverkehr lahm (mit Bildergalerie)
17:15 12.03.2015
Von Simon Ziegler
    CeBus-Streik Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

"Wir sind mit dem Streik sehr zufrieden", sagte am Donnerstagmorgen Hermann Hane, Verdi-Landesfachgruppenleiter Verkehr. Nach seinen Angaben legten rund 80 CeBus-Beschäftigte, darunter Fahrer und Werkstattmitarbeiter, die Arbeit nieder. Das Busunternehmen versuchte, mit einem Notplan die wichtigsten Verkehrsachsen zu bedienen.

Der Warnstreik der CeBus-Mitarbeiter hat am Donnerstag den Busverkehr in Stadt und Kreis Celle weitgehend lahmgelegt. Die Busfahrer blockierten den CeBus-Betriebshof und verliehen ihren Forderungen mit Plakaten und Trillerpfeifen Nachdruck.

Der Warnstreik begann um 4.30 Uhr am Morgen. Mit Plakaten, Warnwesten und Trillerpfeifen standen die CeBus-Mitarbeiter am Firmensitz. Immer wieder hupten aus Solidarität vorbeikommende Lkw-Fahrer.

"Viele Kollegen bekommen 1250 Euro netto im Monat. Manche müssen aufstocken, das kann es nicht sein", sagte Susanne Korsch, die in der Tarifkommission sitzt. "Uns droht Altersarmut", ergänzte Frank Clemens, der mit 1150 Euro im Monat noch weniger zur Verfügung hat. "Das Wichtigste ist, dass es mehr Geld gibt", sagte Waldemar Baun.

Auf den ersten Blick scheinen die beiden Tarifparteien gar nicht so weit auseinander zu liegen. Jetzt verdienen die Fahrer zwischen 10,03 und 10,33 Euro in der Stunde. In der Werkstatt gibt es mehr als 11 Euro. Verdi fordert pauschal einen Euro mehr Lohn pro Stunde. Die CeBus wiederum hat angeboten, allen Fahrern 11 Euro Stundenlohn zu zahlen. "Das Angebot ist eine Mogelpackung", schimpft Korsch. Denn die Berufskraftfahrer mit staatlichem Abschluss, die jetzt 10,33 Euro verdienen, sollen auch weiterhin mehr verdienen als die Fahrer ohne Abschluss, fordert Verdi. Auch über die Laufzeit wird gestritten. CeBus soll nach Angaben der Gewerkschaft eine Laufzeit des Tarifvertrages von drei Jahren anstreben. Verdi will eine kürzere Laufzeit durchsetzen und verweist darauf, dass der Tarifvertrag schon Mitte 2014 ausgelaufen ist.

Die CeBus erklärte, dass es auch beim Notplan zu Verzögerungen gekommen sei, weil verschiedene Standorte blockiert wurden. Busse hätten den Betriebshof in Celle nicht verlassen können. "Die Blockade wurde gegen 10 Uhr zeitweise ausgesetzt", sagte Sprecherin Karoline Eggert. Nach CeBus-Angaben nahmen nur 40 bis 50 Personen an dem Streik teil, darunter seien "zahlreiche betriebsfremde Personen" gewesen.

Sorgen bereitete der CeBus der Krankenstand. "Seit Bekanntwerden der Streikabsichten ist der Krankenstand sprunghaft gestiegen, mittlerweile sind 24 Mitarbeiter krankgeschrieben", sagte Eggert. Außerdem baten zehn Mitarbeiter kurzfristig um Urlaub. Die CeBus hofft, am Freitag den regulären Fahrplan wieder bedienen zu können.

Am Morgen hatte Maximilian Schmidt, SPD-Fraktionschef im Celler Kreistag, den Streikenden einen Besuch abgestattet. „Wer Service und Sicherheit für Fahrgäste will, der muss auch ordentliche Löhne unterstützen. Die Belegschaft fordert doch kein Piloten-Gehalt, sondern nur einen Euro mehr Lohn. Der Kreis gibt ab diesem Jahr erstmals weit über zwei Millionen Euro für den ÖPNV, das muss auch beim Personal ankommen“, sagte er.