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Celle Stadt Streit mit AKH um Lohn – „Ich fühle mich hintergangen“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Streit mit AKH um Lohn – „Ich fühle mich hintergangen“
19:11 30.11.2010
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Ursprünglich sollte der Umzugshelfer M. zwei Monate lang vom 1. November bis 31. Dezember am AKH beschäftigt werden. Jetzt verständigten sich beide Seiten darauf, das Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit fristgerecht zum 15. Dezember zu beenden. Bis dahin ist M. von der Arbeit unwiderruflich freigestellt und wird nach der im Anstellungsvertrag festgelegten Entgeltgruppe I des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst entlohnt.

M. kritisierte den Umgang des AKH mit ihm. „Ich fühle mich hintergangen“, sagte er. Versprochene Lohnzusagen seien nicht eingehalten worden. Wiederholt habe ihm ein leitender Mitarbeiter des Krankenhauses am Telefon ein Stundenlohn von deutlich mehr als zehn Euro versprochen. Letztlich erhielt der Umzugshelfer gemäß Vertrag 8,56 Euro pro Stunde. Im Vertrag war der Stundenlohn nicht konkret benannt. Erwähnt wurde lediglich die Eingruppierung in die Entgeltgruppe I des Tarifvertrages.

M. sei im Streit um seine Entlohnung gegenüber AKH-Beschäftigten „massiv aufgetreten“, sagte Olaf Schauer, AKH-Bereichsleiter Betriebswirtschaft. Eine Mitarbeiterin habe sich bedroht gefühlt. Außerdem habe M. einen leitenden Mitarbeiter der Lüge bezichtigt. Er selbst habe mit diesem Mitarbeiter gesprochen, der überzeugend dargelegt habe, nicht solche Aussagen über die Lohnhöhe von weit mehr als zehn Euro pro Stunde gemacht zu haben.

Nach Angaben von M. seien diese mündlichen Zusagen jedoch kein Einzelfall gewesen. Auch anderen Bewerbern hätte der leitende AKH-Mitarbeiter Stundenlöhne von mehr als zehn Euro versprochen. Im guten Glauben, dass man ihm mündlich eine korrekte Auskunft gegeben habe, habe er schließlich den Vertrag unterschrieben. Überdies habe der Betriebsrat sein Verhalten gegenüber den AKH-Beschäftigten nicht als Kündigungsgrund betrachtet, sagte M.

Arbeitsrichter Burkhard Piel bewertete die Darstellung des Klägers als glaubhaft, hielt die „massive Bedrohung“ einer AKH-Mitarbeiterin für fraglich, verwies aber auf die Rechtsverbindlichkeit des Arbeitsvertrages.