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Celle Stadt Streit mit dem Chef: Gewerkschaft berät in Celle in rund 500 Fällen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Streit mit dem Chef: Gewerkschaft berät in Celle in rund 500 Fällen
16:04 08.05.2014
Von Oliver Gatz
Kündigungen oder nicht gezahlte Löhne: Das Spektrum der Rechtsstreitigkeiten zwischen Arbeitnehmern und Chefs ist breit.
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Ob Abmahnungen, Kündigungen, fragwürdige Zeugnisformulierungen, verspätet oder gar nicht gezahlte Löhne, vorenthaltenes Urlaubsgeld oder fehlerhafte Hartz-IV-Bescheide: Die Rechtsberater der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hatten auch im vergangenen Jahr wieder alle Hände voll zu tun.

„Gerade auf dem Bau, bei Dachdeckern, Malern und Lackierern, ebenso im Gerüstbau oder der Baustoffindustrie steckt viel Konfliktpotenzial", erläutert IG-Bau-Bezirksvorsitzender Rohland Bartels. Auch in der Gebäudereinigung sowie bei den Floristen und im Garten- und Landschaftsbau gebe es immer wieder rechtliche Probleme, bei denen man helfen könne.

Dabei geht es nicht nur um Auseinandersetzungen mit dem Chef, sondern auch mit Behörden. So sorgten Fragen zu Rentenberechnungen, Krankenkassenleistungen und zur Unfallversicherung zusätzlich für volle Terminkalender der gewerkschaftlichen „Paragraphen-Lotsen“.

Insgesamt zählte die Gewerkschaft für den Bezirk Nordost-Niedersachsen, zu dem Uelzen, Celle, Peine und Wolfsburg gehören, im vergangenen Jahr 1110 Fälle. Allein für den Raum Celle waren es mindestens 500, schätzte die hiesige Rechtsschutzbeauftragte Ute Klinkert. Werde vor Gericht ein Urteil gefällt – etwa bei Kündigungen – bekomme die Gewerkschaft fast immer Recht. Lohnstreitigkeiten könnten sich hinziehen. "Wir müssen in den Tarifvertrag schauen. Dann muss der Betroffene entscheiden, ob er sich mit dem Chef anlegen will oder nicht." Manche Beschäftigte machten dann auch einen Rückzieher, so Klinkert.

Auch in Bezug auf 2012 hatte die Gewerkschaft von rund 500 Beratungsfällen im Celler Raum gesprochen. Damals fiel besonders die Gebäudereiniger-Branche negativ auf. Nach Angaben der IG Bau drehte sich der Streit häufig auch um tariflich vereinbarte Zusatzleistungen, die ignoriert wurden. So wurde Urlaubsgeld einfach nicht gezahlt. Oder es wurden mehr Stunden geleistet, die nicht anerkannt wurden.

Mit Arbeitnehmerrechten werde oft „sehr kreativ umgegangen“, beschreibt Gewerkschaftsfunktionär Bartels die „mitunter sehr dreisten Versuche der Chefs, sich an Recht und Gesetz vorbeizumogeln.“ Wer die Rechtsberatung der IG Bau in Anspruch nehmen will, kann das Celler Büro unter ☏ (05141) 9335812 erreichen.