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Celle Stadt Streit über GVH-Verschiebung in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Streit über GVH-Verschiebung in Celle
17:59 11.02.2015
Situation am Celler Bahnhof während es Streiks Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Ursprünglich sei die Einführung von Tagestickets und Zeitkarten als ein Schritt geplant gewesen. Der Kreis habe dafür aber eine Förderung vom Land haben wollen. Aus der Zeitung habe man dann erfahren, dass das Land 100.000 Euro dafür gibt. „Allerdings galt diese Förderung nur für Zeitkarten. Wir haben die Information aus der Zeitung dann überprüft und vier Wochen später die Region Hannover informiert”, sagt Wiswe. Daher kann er die Vorhaltungen aus Hannover nicht nachvollziehen, die dem Kreis eine zu späte Übermittlung der Informationen vorwerfen.

Die Region Hannover hatte nach der Information geantwortet, dass die Finanzierungszusage durch das Land zu Irritationen bei anderen Landkreisen geführt hatte. Zudem sollten viele Landkreise auf einmal an das GVH-Netz angeschlossen werden. Der Kreis wollte laut Wiswe zumindest die Einführung der Zeitkarten vorantreiben. Dazu gab es Ende Januar ein Gespräch. „Zu meiner Überraschung haben die Vertreter des GVH und Metronom erklärt, dass sie eine Umsetzung des Zeitkartentarifs für Eschede und Unterlüß vor dem 1. Januar 2016 nicht mehr für möglich halten”, schreibt Wiswe in dem Brief. Auch die Aussage von Metronom, dass eine Änderung des Verkehrsvertrages geprüft werden müsse, sei überraschend gewesen.

Sowohl für CDU als auch für die WG Landkreis liegen die Fehler nach dem Brief nicht bei der Landkreisverwaltung. „Ich sehe eher, dass die andere Seite, also Region Hannover, GVH und Metronom nicht ernsthaft an einem Vertragsabschluss interessiert sind”, sagt der CDU-Fraktionschef Joachim Müller. Dass die Erwartungen der Pendler jetzt nicht erfüllt würden, sei ärgerlich. „Sie sind aber unter anderem durch den Zeitungsbericht des Landtagsabgeordneten Maximilian Schmidt zusammen mit dem Minister geschürt worden”, sagte Müller.

Auch Ulrich Kaiser sieht die Schuld eher in Hannover. „Leider hat die Landesregierung offensichtlich ihre Mittelzusagen nicht eingehalten und ist nicht in der Lage, die derzeitigen Unstimmigkeiten im GVH-Tarifraum auszuräumen. Offensichtlich sind die politischen Aussagen zur Stärkung des ländlichen Raumes nicht das Papier wert, wenn es um klare Entscheidungen und finanzielle Hilfen geht”, so Kaiser.

Bernd Zobel (Grüne) sieht Verantwortung auf beiden Seiten und fordert Aufklärung. „Es bleiben Irritationen über die Kommunikation zwischen den Beteiligten. Gut gemeinte Soloaktionen eines Landtagsabgeordneten und das Agieren des Landkreises haben zu diesem Ergebnis mit beigetragen”, so Zobel. Aber auch das Verhalten von Vertretern von GVH und Metronom werfe Fragen auf. Daher erscheine eine weitere Behandlung im Fachausschuss sinnvoll.

Der SPD-Fraktionschef sieht die Schuld nach dem Brief weiter bei der Kreisverwaltung und weist Vorwürfe gegen das Land zurück: „Die Argumentation von Landrat Wiswe, warum die GVH-Einführung sich verzögert, ist abenteuerlich”, so Schmidt. Nach dem Beschluss im Kreistag für die Mittelbereitstellung habe Wiswe ihn gebeten, sich für eine Landesförderung einzusetzen. Das habe er erfolgreich getan und 100.000 Euro eingeworben. „Dabei habe ich mich auf den Landkreis verlassen, dass alle verwaltungsseitigen Voraussetzungen verbindlich gewährleistet sind”, so Schmidt.

Das sei aber nicht erreicht worden und das jetzige Schreiben von Wiswe habe keine Klarheit gebracht. Schmidt betonte, dass die Förderung ohne Zweifel kommen werde. Es sei darüber hinaus „absurd, dafür kritisiert zu werden, wenn man erfolgreich Fördermittel für seinen Heimatlandkreis einwirbt.”

Von Tore Harmening