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Celle Stadt Streit um Maxi-Invest für Minigolf
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Streit um Maxi-Invest für Minigolf
14:58 08.12.2011
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. 28 Löcher hat eine Bahnengolf-Anlage, ein Loch hat der Celler Stadthaushalt. Und dieses Loch klafft so groß, dass die von der Stadtverwaltung ausgearbeiteten Pläne für den Umzug des Bahnengolfclubs Celle (BGC) die Politiker derzeit in ein Entscheidungs-Loch gestürzt haben: Die Ratsmitglieder können sich einfach nicht zu diesem Schritt entschließen. Denn würde er so vollzogen, wie die Verwaltung sich das vorstellt, würde das gesamte Umzugs-Paket 700.000 Euro kosten. Zum wiederholten Male wurde das Thema jetzt im Finanzausschuss vertagt.

Dass es überhaupt aktuell ist, dafür hat die Politik gesorgt: Der Bau der neuen Feuerwehr-Hauptwache auf dem Saarfeld hat auch Folgen für den dortigen Bahnengolfplatz. Er muss dem Gebäude, für das nächste Woche der Grundstein gelegt wird, weichen. Der BGC soll mit seiner Anlage auf der Herrenwiese an der 77er-Straße angesiedelt werden. Traurig ist man darüber beim BGC nicht. Vorsitzender Peter Heynen hofft, dass sich der Verein dort "verbessern" könnte.

Das alte BGC-Domizil war ein besserer Schuppen. Für den Neubau eines "Vereinshauses" veranschlagt die Verwaltung mindestens 180.000 Euro. Soviel würde das Haus in Holzbauweise kosten. Als Massivbau soll es 190.000 Euro kosten. Hinzu kommen Umbaukosten auf dem Saarfeld in Höhe von 235.000 Euro und auf der Herrenwiese für 275.000 Euro. Weitere 50.000 Euro für den Bahnengolfsport investiert die Stadt im als Spielstätte genutzten alten Bunker unter der Hölty-Turnhalle in eine neue Entrauchungsanlage.

Wie viel Geld soll der Steuerzahler für eine Randsportart ausgeben? Das bewegt zum Beispiel FDP-Fraktionschef Joachim Falkenhagen, der mit einem Antrag erst dafür gesorgt hatte, dass die Verwaltung über die Kosten ihrer Planungen detailliert berichtet. Er bezeichnet die Summe des Geldes, das man im Rathaus für einen rund 65 Mitglieder zählenden Verein ausgeben will, als "erstaunlich": "Nicht, dass wir etwas gegen diesen Sport oder die Mitglieder des Clubs haben. Das ist überhaupt nicht der Fall." Ärgerlich sei, dass die Verwaltung “einfach nur so vor sich hingeplant” und "kritische Anmerkungen der Ratsmitglieder dadurch verhindert" habe, indem sie die Planungen keinem Ausschuss des Rates rechtzeitig vorgelegt habe. Politik und Sportler seien "Opfer von Verwaltungshandeln geworden", so Falkenhagen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers: "Hier hatte die Verwaltung Zusagen gemacht, die mir den Ratsgremien nicht abgestimmt waren. Ich weiß auch nicht, weshalb ein Club, der nur Sommerbetrieb hat und für das Wintertraining im Hölty spielt, einen winterfesten Bau benötigt." Die Frage sei auch, viel der Club an Eigenleistungen erbringen sollte, wenn er sich ein "opulentes Heim bauen lassen" wolle: "Andere Vereine müssen auch zuzahlen oder Hand anlegen. Es gibt viele Fragezeichen, zu denen erst Antworten vorliegen müssen, bevor es Geld gibt."

"190.000 Euro für ein Vereinshaus - das ist in diesen Zeiten mit uns nicht zu machen. Allerdings dürfen die Minigolfer auch nicht Opfer einer unser Sicht falschen Standortentscheidung für die Feuerwehr werden", sagt Bernd Zobel (Grüne). Schuld für die Misere seien CDU, SPD und FDP, die die Feuerwehr-Hauptwache aufs Saarfeld verpflanzt hätten: "Dieser Neubau kommt uns teurer zu stehen als angekündigt."