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Celle Stadt Studenten der Kinderuni erfahren, wie Fußball-Transfers funktionieren
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Studenten der Kinderuni erfahren, wie Fußball-Transfers funktionieren
13:40 13.11.2014
Viele Fragen hatten die Studenten zu den Transfers im Fußball. Dr. Georg Lemmer beantwortete sie gerne. Quelle: Alex Sorokin
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„Wie kaufe ich mir einen Fußballspieler?“ – So lautete das Motto am vergangenen Dienstag in der Celler Kinderuni. Dr. Georg Lamme erzählte, wie die Vereine untereinander Spieler kaufen beziehungsweise verkaufen und unter welchen Bedingungen dieses funktioniert. Dabei assistierte ihm die deutsche Jugendmeisterin im Dreisprung, Neele Eckhardt. Als erstes zeigte Lamme die verschiedenen Tore aus dem letzten Fußballspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund. „Aufgrund der momentan miserablen Leistung von Borussia Dortmund will der Verein neue, bessere Spieler einkaufen“, sagte Lamme. Dies funktioniert jedoch nur unter bestimmten Bedingungen, welche der Ligaverband festlegt. Nun fragte der Referent die Studenten, was denn ein Verein tun muss, damit sie einen Spieler kaufen können? Sofort schnellten die Hände der eifrigen Studenten in die Höhe. „Als erstes müssen sie den Spieler kaufen und dann einen Vertrag mit ihm abschließen“, spekulierte der fußballbegeisterte Björn aus Garßen. „Da liegst du gar nicht so falsch“, erläuterte Lamme und erklärte, dass ein Fußballspieler nur verkauft werden kann, wenn er auf der Transferliste steht. Solle sich ein Fußballspieler jedoch nicht an die vorher festgelegten Regeln halten, so verliert er an Wert und der Verein muss eine Strafe zahlen“, ergänzte Eckhardt.

Der Spieler hat jedoch auch ein Mitspracherecht und muss sich einverstanden erklären, wenn er verkauft wird. Bei einem Verkauf unterschreibt der Spieler einen Vertrag, indem er sich den verschiedenen Bedingungen der Mannschaft verpflichtet. Meistens steht darin, dass er eine Zeit bei dem Verein spielen muss oder dass er auch für den Verein werben muss. Bei einem Vertragsbruch bekommt der Spieler eine Strafe. Am Ende bekam Lamme einen riesigen Applaus von den Studenten. Anschließend gab es noch die Möglichkeit dem Professor Fragen zu stellen.

Wie kaufe ich mir einen Fußballspieler?

Am Dienstag startete ein weiteres Mal die Celler Kinder-Uni, und zwar mit dem Thema „Wie kaufe ich mir einen Fußballer?“. Die Vorlesung ist insgesamt gut besucht gewesen, vor allem von jungen männlichen Hobby-Fußballern. Es ging damit los, dass alle ihre Lieblingsvereine nennen durften. Die meisten jungen „Studenten“ waren totale Dortmund-, Hannover 96- und vor allem Bayern München-Fans!

Danach ging es wieder um das eigentliche Thema: dem Kauf eines Fußballspielers. Dr. Georg Lemmer von der Universität Göttingen (Juristische Fakultät) erklärte an einem ausgedachten Beispiel, wie der Kauf eines Fußballers funktioniert: Trainer Klopp (Dortmund) möchte seinen Spieler Lewandowski an die gegnerische Mannschaft Bayern München verkaufen. Und zwar ohne dass Dortmunds Spieler etwas davon mitbekommen.

Da haben sich viele junge Studenten gefragt: Darf Herr Klopp das überhaupt? Diese Frage ist berechtigt. Denn um die Antwort darauf zu verstehen, muss man erst einmal wissen, dass der Verein und der Spieler ganz am Anfang einen Vertrag abgeschlossen haben. In dem steht zum Beispiel, dass der Spieler sich an Regeln zu halten hat: Dopingverbot, keinen anderen gefährlichen Sport treiben, weil sonst bei wichtigen Spielen kein Verlass auf ihn ist, eine gesunde Ernährung (keine Pommes, Hamburger etc.!) Auch Autogramme zu geben ist eine Pflicht für den Fußballspieler. Im Gegenzug bezahlt der Verein ihm sein Gehalt. Wenn der Vertragspartner sich nicht an diese Regeln hält, droht ihm eine saftige Geldstrafe oder eine Sperre. Im schlimmsten Fall wird der Fußballspieler auf eine so genannte „Transferliste“ gesetzt. „Was ist denn das?“ ging es durch die Reihen. Eine Transferliste ist eine Liste, auf der alle Spieler stehen, die entweder zu schlecht sind oder sich nicht an den Vertrag gehalten haben. Diese Spieler stehen dann sozusagen zum Verkauf frei. Aber keine Angst: Derjenige Spieler weiß, dass er auf der Transferliste steht!

Insgesamt ist der Kauf eines Fußballspielers kein Hexenwerk. Die Hauptsache dabei ist Diskretion!

Von Max Demmig und Frida Maecker