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Celle Stadt Südheide soll stärker in den Fokus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Südheide soll stärker in den Fokus
17:40 19.03.2012
Celle Stadt

„Es ist alles da, wir müssen es nur anders verpacken“, sagt Ulrich von dem Bruch. Der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH (LHG) will den Landkreis Celle dabei stärker unter dem Begriff Südheide vermarkten.

„Bisher gibt es diesen Begriff zum Beispiel bei Wikipedia kaum“, sagt Elmar Best, der für die LHG als Geschäftsführer für den Bereich Celle verantwortlich ist. Die Online-Enzyklopädie spiele im Bereich des Tourismus eine wichtige Rolle, wenn es um die Wahl des Urlaubsortes geht. „Bisher ist der Begriff Südheide dort eher im Zusammenhang mit Waldbrand zu finden“, sagt Best.

Unter dem Thema Südheide will die LHG verschiedene Aspekte bewerben und neue Kunden gewinnen. „Viele Betriebe setzen auf ein Gästeklientel, das in wenigen Jahre ausgestorben ist“, sagt von dem Bruch. Darum gelte es, die immer noch sehr wichtige Zielgruppe zu halten, gleichzeitig aber auch neue Kunden zu gewinnen. „Die Landschaft hier ist überraschend, das weiß nur leider keiner. Wer Heide will, fährt meist in den Norden“, so von dem Bruch.

Dabei habe der Landkreis neben den Heideflächen noch mehr zu bieten. So gebe es mit der Aller das Wasserthema und auch unter dem Begriff Glaube und Tradition lasse sich Celle zum Beispiel mit dem Jakobsweg gut vermarkten.

Um das Naturerleben noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken, will die LHG in den kommenden Jahren Gästeführer ausbilden. „Wir wollen nicht mehr nur, dass wir dem Gast ein Hotel vermitteln und ein Fahrrad davor stellen. Wir möchten ihn an die Hand nehmen und die schönen Seiten zeigen“, sagt von dem Bruch.

Bisher hat die LHG dem Kreis mit seiner Dachmarkenarbeit im Vergleich zu den anderen beteiligten Kreise noch nicht so viel gebracht. Die Übernachtungszahlen entwickelten sich meist unter dem Schnitt der Lüneburger Heide. Von dem Bruch begründet das mit der „defensiven Arbeit, die wir im Tourismus leisten mussten", weil nach dem Ende der Tourismus Region Celle (TRC) die Skepsis gegen übergeordnete Vertretungen groß war. Zudem gebe es einige Effekte, wie die Übernachtung von Soldaten, die touristisch nicht zu steuern seien. Jetzt aber „nehmen wir eine Aufbruchstimmung war. Bei uns ist beispielsweise Hermannsburg der meistgebuchte Ort“, sagt von dem Bruch.

Er sieht Parallelen zum Landkreis Harburg, wenn er auf die Potenziale schaut. Dort wurde 2011 ein Plus bei den Übernachtungen von fast neun Prozent erzielt. Wann und ob aber diese Zahlen für Celle erreicht werden, darauf wollte sich von dem Bruch nicht festlegen. Die Arbeit der LHG wird in den nächsten Wochen wie mit den Kreisen vereinbart vom Europäischen Tourismus-Institut unter die Lupe genommen. Dabei soll festgestellt werden, was die Arbeit der LHG für die Kreise gebracht hat.

Von Tore Harmening