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Celle Stadt Suedlink durch Kreis Celle? So geht es jetzt weiter
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Suedlink durch Kreis Celle? So geht es jetzt weiter
16:28 29.09.2016
Von Simon Ziegler
Celle Stadt

Was genau versteht man unter Suedlink?

Als Suedlink werden die beiden Gleichstromleitungen von Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) nach Großgartach (Baden-Württemberg) und von Wilster (Schleswig-Holstein) nach Grafenrheinfeld (Bayern) bezeichnet. Sie sollen in weiten Teilen auf einer gemeinsamen Stammstrecke geführt und gleichzeitig beantragt werden. Die Leitungen sollen als Erdkabel verlegt werden und besitzen eine Übertragungskapazität von je zwei Gigawatt.

Warum wird Suedlink gebaut?

Die Leitung ist notwendig, um den im Norden erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien in den verbrauchsstarken Süden nach Bayern und Baden-Württemberg zu transportieren. Der Suedlink ist laut Bundesnetzagentur auch vor dem Hintergrund steigender Kosten für die Stabilisierung des Stromnetzes von großer Bedeutung.

Wann wird Suedlink gebaut?

Der grobe Streckenverlauf soll 2017/2018 feststehen. Die Inbetriebnahme wird nicht vor dem Jahr 2025 erfolgen. Das heißt: Irgendwann zwischen 2018 und 2025 wird gebaut.

Wann wird der genaue Verlauf festgelegt?

Die Bundesnetzagentur rechnet mit einem Antrag im Frühjahr 2017. Ziel der Bundesfachplanung ist die Festlegung eines 500 bis 1000 Meter breiten Korridors, in dem die Leitung einmal verlaufen wird. Erst im Anschluss, im Planfeststellungsverfahren, werden der exakte Leitungsverlauf und die genaue Technologie innerhalb dieses Korridors festgelegt. Das kann Jahre dauern.

Wie breit sind die Trassen?

Nach Angaben von Tennet ist von einer Breite von 25 bis 30 Metern für Suedlink auszugehen. Das hängt jeweils auch von der Technik vor Ort ab. Die Kabel werden in einer Tiefe von 1,5 bis zwei Metern verlegt.

Was kostet der Suedlink?

Die Kosten bezifferten die Betreiber ursprünglich auf zwei bis drei Milliarden Euro. Doch das war vor der politischen Entscheidung, Suedlink unter die Erde zu bringen. Jetzt ist von bis zu zehn Milliarden Euro die Rede. Die Mehrkosten müssen private Stromkunden und die Industrie über höhere Strompreise aufbringen.

Wird Suedlink auf jeden Fall durch den Kreis Celle verlaufen?

Nein. Derzeit gibt es eine Variante durch den Kreis Celle. Dabei verläuft der Korridor an Wardböhmen, Bleckmar, Bergen und Wolthausen vorbei Richtung Celle. Zwischen Hambühren und Wietzenbruch wird Suedlink südlich von Adelheidsdorf und Nienhagen Richtung Hannover geleitet. Eine andere Variante über Schwarmstedt lässt den Kreis Celle außen vor. Die Vorschläge sind keine Vorfestlegung für das Verfahren, sondern nur mögliche Planungsoptionen.

Wie genau sieht die Bürgerbeteiligung aus?

Die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW versprechen ein transparentes Verfahren. Von Mitte Oktober bis Mitte November werden insgesamt 30 Info-Foren veranstaltet. Dort können sich Bürger über die Planungsgrundlagen und die Technik informieren und Hinweise zu den vorgeschlagenen Erdkabelkorridoren abgeben. Eine Beteiligung ist auch über das Internet unter www.tennet.eu möglich. Über ein Onlinetool können direkt Hinweise eingegeben werden. Ferner haben Bürger die Möglichkeit, sich im formalen Genehmigungsverfahren zu beteiligen.

Findet im Kreis Celle ein Info-Forum statt?

Ja. In Celle ist ein Info-Forum am 1. November geplant. Genauer Ort und Uhrzeit werden noch bekannt gegeben. Weitere Foren finden zum Beispiel in Peine und im Heidekreis statt.