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Celle Stadt Swingtime beim großen Gatsby im Celler Schlosstheater
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Swingtime beim großen Gatsby im Celler Schlosstheater
13:25 19.10.2017
Voller Elan war die Sängerin Melanie Germain der Big Band Celle. Rezitierten aus „der große Gatsby“: Die Schauspieler Schauspielerin Natascha Heimes und Dirk Böther (kleine Fotos von oben). Quelle: Peter Bierschwale (3)
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Ganz offensichtlich war das Publikum mehr als zufrieden mit dem, was die Mischung aus Text rezitierenden Schauspielern, zwei bemerkenswerten Sängern und einer hoch motivierten Bigband auf der Bühne zu bieten hatte: Einen musikalischen Querschnitt vom Besten was Jazz und Orchestersound in den Anfangs-Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts hervorgebracht hat – Hits und Evergreens bei denen schon Generationen in Wallungen gerieten.

Diesmal war das Konzept andersrum. Hatte der Schwerpunkt bei dem 2015 vom Schlosstheater Celle erfolgreich inszenierte Stück „Der große Gatsby“ noch deutlich auf dem Schauspiel gelegen, so bildeten diesmal die beiden Mitglieder des Ensembles, Natascha Heimes und Dirk Böther, mit ihren rezitierten Textausschnitten eher einen charmanten Rahmen für die Hauptakteure: Die Musiker der Big Band Celle. Die eigentlichen Stars des Abends aber waren die Sängerin Melanie Germain und der Gastsäger der Bigband in dieser Saison: Frank Marpoder. Die Beiden ergänzten, mit einem wunderbarem Timbre und Feeling, stimmgewaltig den gekonnten und mitreißenden Swing des Orchesters unter der Leitung von Nigel Moore. Alle gemeinsam sorgten sie – auch mit bemerkenswerten instrumentalen Soloparts – für ein Konzert voller funkelndem, funkensprühendem Musikgenuss.

Die Atmosphäre im barocken Schlosstheater hatte tatsächlich etwas von einem luxuriösen Nachtclub der zwanziger und dreißiger Jahre – auch wenn das Publikum nicht an kleinen Tischchen am Champagner nippen oder cheek-to-cheek auf einer spärlich beleuchteten Tanzfläche schwofen konnte. Die leiseren, sich in die Herzen schmelzenden Melodien wechselten immer wieder in einen gekonnten Mix flotterer Rhythmen, bei der zumindest die Füße der Zuschauer nicht anders als mitwippen, die Finger leise mitschnippen und die Schultern mitgehen konnten.

Nach einer gefühlvolleren ersten Hälfte – mit „Have you met Miss Jones“ und „Mr. Bojangles“ – und einem fulminanten Schluss mit „the Jazz Police“, ging es nach der Pause mit „Bad, bad Leroy Brown“, „L.O.V.E“ oder „Lady is a tramp“ in die Vollen. Die „warm Breeze“ war angekommen, der Funke des funkelnden Starlights auf der Bühne auf die Davorsitzenden übergegangen. Für den „Rest“ der Veranstaltung galt „let’s have a Party“ mit Swingtime. Am Ende gipfelte die Begeisterung in der ertrotzten Wiederholung des bezaubernden Duetts der beiden Gesangstars des Konzerts: Melanie Germain und Frank Marpoder mit „Something Stupid“. Bleibt nach einhelliger Meinung der Zuschauer nur abzuhaken: Versprechen der Ankündigung eingehalten, Erwartungen vielleicht sogar übertroffen.

Von Doris Hennies