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Celle Stadt Syrerin will anderen Migranten in Celle Mut machen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Syrerin will anderen Migranten in Celle Mut machen
18:31 09.07.2018
Von Dagny Siebke
Aya Damlakhi hat sich bei der Diakonie in Celle neu orientiert. Quelle: Dagny Siebke
Celle Stadt

"In Deutschland kommt alles nach und nach. Da kann man nichts überspringen. Ich freue mich auf die Schule, weil ich gerne lerne", sagt sie.

Bis dahin macht Aya Damlakhi mit ihrem Bundesfreiwilligendienst bei der Diakonie Celle weiter. "Mir gefällt die Soziale Arbeit hier im Kirchenkreis Celle sehr gut. Bevor ich die FOS besuche, kann ich hier noch einige Erfahrungen sammeln."

Aya Damlakhis persönliches Highlight war der Frauen-Disco-Abend Anfang März in der Familien-Bildungsstätte. Zu ihrem Geburtstag legte sie als DJane am Samstagnachmittag für 40 Gäste internationale Musik auf. "Das war einfach toll. Ich habe viel Werbung auf Facebook gemacht, sodass einige Frauen sogar extra aus Hannover und Bergen gekommen sind", erzählt die 20-Jährige stolz. "Ich habe alle Geschmacksrichtungen bedient und zum Beispiel deutsche, arabische und kurdische Musik gespielt." Männer mussten hingegen draußen bleiben, da die Frauen im geschützten Raum keine Kopftücher trugen. "Die Veranstaltung war richtig erfolgreich, ab und zu fragen Frauen, ob es nicht bald wieder so eine ähnliche Veranstaltung gibt", sagt Aya Damlakhi.

Auch die Resonanz nach dem ersten Bericht in der CZ war positiv: "Bei mir hat sich eine Frau gemeldet, die mir eine Ausbildung zur Stadtführerin angeboten hat", erzählt Aya Damlakhi. "Das kann ich gerne als Hobby machen, aber nicht beruflich." Zudem wurde sie zu einer Veranstaltung für Geflüchtete nach Hamburg eingeladen. "Dort habe ich nette Leute kennengelernt. Ein Besucher hat angeboten, mir bei der Wohnungssuche zu helfen. Aber ich brauche ja zuerst einen Job", erklärt sie.

Nach dem erweiterten Realschulabschluss in Bergen hat Aya Damlakhi zunächst zehn Bewerbungen geschrieben. Zwei Mal wurde sie zum Gespräch eingeladen. Sie hätte sofort in der Apotheke oder in der Arztpraxis anfangen können – allerdings nur ohne das Kopftuch. "Dabei ist es für mich eine Sache, die von Herzen kommt und die von meiner Religion abhängt", betont sie. Was im Koran steht, nimmt sie sehr ernst. Um im Ramadan richtig fasten zu können, nahm sie sogar Urlaub.

Der Freiwilligendienst bei der Diakonie Celle ist für Geflüchtete als eine Bildungs- und Orientierungszeit gedacht, die helfen soll, das Leben in Deutschland besser kennenzulernen. "Hier sind die Leute voll nett zu mir und haben nichts gegen mein Kopftuch. Sie bieten mir immer Hilfe an", erläutert Aya Damlakhi. Diese positive Grundeinstellung will sie nun an andere Migranten weitergeben: "Ich weiß, wie schwer es ist, hier in Celle anzukommen. Ich möchte anderen helfen, die neu hier sind." Auch ihren Eltern und ihren fünf Geschwistern hilft sie beim Ausfüllen von Formularen. "Behördendeutsch ist so kompliziert. Das ist kein Deutsch, das wir im Sprachkurs gelernt haben", so die 20-Jährige.

Wenn sie nach zwei Jahren fertig mit der Fachoberschule ist, kann sich Aya Damlakhi auch vorstellen, in eine Großstadt zu ziehen. "Dort habe ich vielleicht mit Kopftuch mehr Möglichkeiten."

In der Kürze liegt die Würze: Tobias Prempers dritter Band mit Kurzprosa umfasst nun 99 Texte auf 105 Seiten. „Ich war klein, dann wuchs ich und war größer“, lässt viel Raum für eigene Gedanken.

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