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Celle Stadt Tage der Chor- und Orchestermusik in Celle: Gauck stolz auf Musikkultur (mit Videos)
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tage der Chor- und Orchestermusik in Celle: Gauck stolz auf Musikkultur (mit Videos)
21:37 15.03.2015
Von Gunther Meinrenken
Nach der Veranstaltung bedankte sich Bundespräsident Joachim Gauck bei Chorleiterin Claudia Burghard für die gelungene Vorstellung der "Vivid Voices". Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Einmal einen Blick auf den Bundespräsidenten erhaschen. Das dachten sich Birthe und Benjamin Scott mit ihren kleinen Söhnen Colin und Luke. Die junge Familie hatte sich vor der Congress Union postiert, um das deutsche Staatsoberhaupt bei seinem Besuch in Celle abzupassen. "Wir kommen gerade vom Enten füttern, da ist uns eingefallen, dass der Bundespräsident ja gleich ankommen soll", sagte Birthe Scott, die in der CZ gelesen hatte, dass Gauck in der Residenzstadt zu Gast sein soll. Die Gelegenheit, den Bundespräsidenten "live und in Farbe" zu sehen, wollten sich die Scotts nicht entgehen lassen. Überraschend: Sie waren fast die einzigen Schaulustigen, die vor der Congress Union gewartet haben. Das dürfte Gauck auch nicht aller Tage passieren.

Der Bundespräsident war der Ehrengast der Chor- und Orchestertage, die am Sonntag mit dem Festakt zu Ende gingen. Drei Tage lang hatten teilweise hochkarätige Ensembles aus dem ganzen Land das Publikum unterhalten. Darunter waren auch viele Celler Formationen. Zuletzt hatte etwa der Jugendchor des Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasiums die Ehre, die Gäste des Festaktes im Foyer der Congress Union mit Liedern zu begrüßen.

Gauck zeichnete während der Veranstaltung den Kirchen- und Projektchor an St. Lambertus Erkelenz mit der Zelter-Plakette aus. Der Posaunenchor aus der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Munster erhielt die Pro-Musica-Plakette. Beide Auszeichnungen zählen zu den höchsten Würdigungen der Amateurmusik und werden für ein 100-jähriges ununterbrochenes musikalisches Wirken verliehen.

Zuvor hatte der Bundespräsident in seiner Ansprache Bezug genommen auf das Lied "Kein schöner Land", das am Ende der Veranstaltung der Chor aus Erkelenz zusammen mit den Gästen des Festaktes sang. Gauck würdigte die Konstanz der Ensembles, die auf eine so lange Tradition zurückblicken können. "Darauf kann unser Land einfach stolz sein. Vielleicht gibt es schönere Länder. Vielleicht. Aber man muss wohl lange suchen, um ein Land zu finden, in dem die Musikkultur mehr gefördert wird", sagte der Bundespräsident.

Es sind aber nicht nur die älteren Chöre und Orchester, die für musikalische Qualität bürgen. Das zeigte sich auch beim Festakt, der durch Einlagen des Landesjugendblasorchesters Niedersachsen, des Niedersächsischen Landeszupforchesters, der Vivid Voices und des Mädchenchors Hannover bereichert wurde. Besonders letztere Formation, die in den vergangenen Jahren internationale Auszeichnungen gesammelt hat, begeisterte das Publikum.

"Dieses Wochenende war erfüllt von lebendiger, inspirierender vokaler und instrumentaler Musik. Wie schön, dass sie von den Menschen hier in Celle so warmherzig und begeistert aufgenommen wurde", bedankte sich Hans Jaskulsky, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände, für die Gastfreundschaft. Als weiterer Ehrengast war die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur zum Festakt erschienen. Sie hob hervor, dass Niedersachsen mit weit mehr als 2000 Ensembles insbesondere in der Chormusik stark sei. "Ohne die vielen Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, ihren Enthusiasmus für die Sache, ihre Leidenschaft und ihr handfestes Zupacken, wären viele kulturelle Aktivitäten, Konzerte und Festivals gar nicht möglich", sagte Heinen-Klajic.

So war Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende rundum zufrieden mit der Veranstaltung. Nicht zuletzt, weil auch die Residenzstadt musikalisch einiges zu bieten hat. "Mit der Zelter-Plakette wurden in Celler bisher zwei Chöre ausgezeichnet: der Volkschor Thalia und der Männerchor Cellensia", so Mende. Die Celler Stadtkantorei und der Celler Frauenchor könnten die nächsten sein.