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Celle Stadt Tagesmütter im Landkreis Celle wollen mehr Geld
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tagesmütter im Landkreis Celle wollen mehr Geld
16:15 28.11.2013
Tagesmutter Nicole Maricic möchte die Politik davon - überzeugen, mehr Geld für die Betreuung zu beschließen. Quelle: Peter Müller (Archiv)
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Der Kreis hatte eine Anhebung des sogenannten Anerkennungsbeitrages, also der eigentlichen Bezahlung der Arbeit, von 1,62 Euro auf 2,02 Euro pro Kind und Stunde empfohlen und bezog sich dabei auf ein Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg, das einen solchen Betrag als leistungsgerecht eingestuft hatte. Zusammen mit einem Sachkostenzuschuss bedeutet das eine Stundenvergütung pro Kind von 3,90 Euro.

Doch für Nicole Maricic, Vorsitzende des Vereins der Tagesmütter in Lachendorf, ist das immer noch nicht ausreichend. Sie warb in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses dafür, diesen Betrag noch einmal zu überdenken. „Der Satz ist auf jeden Fall immer noch zu wenig”, sagte Maricic nach der Sitzung. In benachbarten Landkreisen wie Gifhorn oder auch Wolfsburg würden deutlich höhere Sätze gezahlt. Zudem fehlt aus Sicht der Tagesmutter eine besondere Vergütung in den Randbereichen, also zum Beispiel am frühen Morgen, späten Abend oder sogar eine Betreuung über Nacht. Hier gebe es Modelle mit einer Bezahlung, die zum Beispiel beim 1,5-fachen des Regelbeitrages liege.

In einer Mail kurz vor der Sitzung hatten die Tagesmütter noch einmal versucht, auf Politik und Verwaltung einzuwirken, um den Satz nach oben anzuheben. „Ich wünschte, Sie hätten uns etwas früher informiert, dann hätten wir darauf reagieren können”, sagte der Erste Kreisrat Matthias Krüger. Doch dieses Argument spielte Maricic gleich zurück: „Wenn nicht der Artikel vorab in der Celleschen Zeitung gewesen wäre, hätten wir von der geplanten Veränderung gar nichts erfahren.”

Die Politik war ob des Appells ein wenig unsicher, wie zu verfahren ist. „Ich begrüße, dass es eine Erhöhung gibt, räume aber ein gewisses Unwohlsein ein”, sagte Renate van Bargen (SPD). Sie stimme zunächst zu, denn es sei ein Schritt in die richtige Richtung. Man könne dann ja gegebenenfalls noch nachbessern. Hartmut Ostermann (CDU) teilte das Unwohlsein, wenngleich er auch anmerkte, dass „man nicht jedem gerecht werden könne”. Das Thema soll aber weiter verfolgt werden.

Tore Harmening

Von Tore Harmening