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Celle Stadt Tango-Messe voller Emotionen in Celler Stadtkirche
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tango-Messe voller Emotionen in Celler Stadtkirche
17:13 27.09.2016
Celle Stadt

Dem international besetzten Ensemble „Sueña Tango“ aus Hannover mit der Gesangssolistin Ana-Josefina Nickelé (Sopran), der Celler Stadtkantorei und der „Helios Kammerphilharmonie“ (Hannover) ist es dabei unter der Leitung von Robert Hlinka auf mitreißende Weise gelungen, in dieses besondere Feeling einzutauchen und diese magische Musik tief nachzuempfinden.

Um es vorwegzunehmen: Am Ende wusste man nicht, was das größere und fesselndere Erlebnis war: Palmeris Tango-Messe, in der er die verhaltene Leidenschaft des Tangos auf ergreifende Weise mit der beseelten Melodik des Gotteslobs zu verbinden weiß, oder den erst 22-jährigen Musikstudenten Robin Hlinka so unaufgeregt und souverän dirigieren zu sehen. In Vertretung von Kirchenmusikdirektor Martin Winkler hatte er das Programm von der ersten Probestunde an mit den Beteiligten einstudiert und nunmehr auch dessen Aufführung geleitet. Eine bravouröse Leistung.

Es erzeugte einen enormen Gänsehaut-Faktor unter den begeisterten Zuhörern, wie differenziert Sänger und Instrumentalisten mit suggestiver Kraft und Eindringlichkeit auf die breite dynamische Skala reagierten, die Palmeri in seinem Werk einsetzt. Schon das in flehentlich-dramatischem Ton und mit vibrierender Intensität vorgetragene „Kyrie“ verströmte pulsierende Energie und entfaltete ebenso wie das folgende „Gloria“ mit glühender Farbigkeit seine großen Steigerungs- und Spannungsbögen.

Dazu gab es immer wieder herzbewegende Passagen von inniger Leuchtkraft und Empfindungsfülle, wie im „Credo“ und im abschließenden emotionsgeladenen „Dona nobis pacem“, einem ungemein eindringlich flehenden und am Ende leise verhallenden „Gib uns Frieden“. Dass diese Tangomesse eine solche suggestive Kraft und Eindringlichkeit hat, lag gleichermaßen am Komponisten und an den Ausführenden. Zu Recht gab es am Ende tosenden Applaus und stehende Ovationen.

Von Rolf-Dieter Diehl