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Celle Stadt Tatverdächtige auf freiem Fuß
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tatverdächtige auf freiem Fuß
10:03 11.10.2018
Von Dagny Siebke
Am Dienstagabend musste die Burger-King-Filiale an der Telefunkenstraße wegen einer Bombendrohung evakuiert werden. Zwei Tatverdächtige konnten schnell ermittelt werden. Doch die Arbeit der Polizei ist in diesem Fall noch längst nicht abgeschlossen. Quelle: David Borghoff
Celle

Zum Glück waren keine Gäste im Restaurant, als unbekannte Täter am Dienstagabend gegen 21 Uhr bei Burger King an der Telefunkenstraße anriefen und Geld in vierstelliger Höhe forderten. Die Anrufer drohten damit, eine Bombe zu zünden. Eine Mitarbeiterin der Fast-Food-Kette alarmierte die Polizei, die die Filiale sofort evakuierte.

Mit Bussen sperrte die Polizei die Zufahrten zum Parkplatz des anliegenden Einkaufszentrums ab. Einige speziell ausgebildete Spürhunde fanden keinen Sprengstoff. Sogar der Bahnverkehr wurde kurzzeitig gestoppt. Gegen 22.15 Uhr gaben die Spezialkräfte schließlich Entwarnung.

Die Polizei ermittelte schnell zwei Tatverdächtige: eine 24 Jahre alte Frau aus Eschede und ihren 45 Jahre alten Bekannten aus Celle. Beide hatten sich in der Nähe des Restaurants aufgehalten. Bei einer Durchsuchung beschlagnahmte die Polizei bei den mutmaßlichen Erpressern entsprechende Beweismittel. Details zu dem Motiv waren zunächst nicht bekannt. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an.

Stefanie Vogler, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lüneburg, teilt auf CZ-Anfrage mit, dass bislang kein Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gestellt wurde, weil die Voraussetzungen dafür zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorlagen. „Die Tatverdächtigen befinden sich daher wieder auf freiem Fuß“, so Vogler. Ermittelt werde wegen des Verdachts der versuchten räuberischen Erpressung, deren Strafrahmen zwischen mindestens einem Jahr und höchstens 15 Jahren liege.

Die Mitarbeiter der Burger-King-Filiale durften gestern nichts zu den Vorfällen sagen. Aus der Zentrale heißt es: „Wir können Ihnen bestätigen, dass unsere Mitarbeiter wohlauf sind und es ihnen den Umständen entsprechend gut geht. Niemand ist bei dem Vorfall zu Schaden gekommen. Auch der Betrieb konnte bereits am Dienstagabend wieder wie gewohnt aufgenommen werden, da keine weitere Gefahr besteht.“

Während die Einkaufsmärkte an der Telefunkenstraße am Dienstag um 21.15 Uhr alle geschlossen hatten, trainierten bei Fitness Future rund 15 Celler an den Geräten. Ein Mitarbeiter erzählt: „Wir haben nicht von der Polizei, sondern erst von unseren Mitgliedern erfahren, dass es eine Bombendrohung gibt.“ Nach und nach meldeten sich Kunden, die nicht mehr auf den großen Parkplatz gelangen konnten. Die Fitnesstrainer und Sportler behielten die Ruhe. Einige verfolgten das Geschehen an den Fenstern.

Die Bombendrohung löste nicht nur bei der Polizei einen Großeinsatz aus. An der Hauptwache der Feuerwehr warteten mehr als 20 Ehrenamtliche auf fünf Fahrzeugen auf ein Signal. Für den Ernstfall hielten sich auch auf dem Parkplatz des Penny-Marktes an der Harburger Straße 13 Einsatzkräfte mit sieben Rettungsfahrzeugen bereit. 35 Ehrenamtliche wurden nachbesetzt, um den normalen Rettungsdienst in Celle, Wienhausen, Eschede und Winsen aufrechtzuhalten. Kai Peters war am Dienstag der Einsatzleiter des Rettungsdienstes. Er sagt: „Wir sind auf den Ernstfall vorbereitet und haben dafür genug Kapazitäten.“

Bei den Maltesern an der Hannoverschen Straße brachten sich 30 Ehrenamtliche in Stellung. Sprecher Stefan Dannenberg erzählt, dass bei der Anfahrt noch etwas Unangenehmes passiert sei. „Zwei Männer haben die Einsatzkräfte in den vier Fahrzeugen angepöbelt, weil sie abends mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs waren.“ Schließlich müssten die beiden Passanten morgens um sechs Uhr wieder arbeiten. Dannenberg betont: „Wir Ehrenamtliche müssen aber auch frühmorgens wieder unserer eigentlichen Arbeit nachgehen.“ Sollten die Tatverdächtigen rechtskräftig verurteilt werden, könnten für den Großeinsatz enorme Kosten auf sie zukommen.

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