Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Tausende Besucher feiern in Celle ein kleines Großkunstfest
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tausende Besucher feiern in Celle ein kleines Großkunstfest
22:53 01.08.2017
Von Christian Link
Quelle: Christian Link
Celle Stadt

Schon der Titel „Salto 725 Grad – Das kleine Großkunstfest für die ganze Familie“ offenbart gewisse Ambitionen. Nicht zufällig erinnere der Name an das „Kleine Fest im Großen Garten“, verrät Organisator Marcus Laube von der der mobilen Jugendarbeit der Stadt Celle. Doch während das elitäre Kleinkunstfest in den Herrenhäuser Gärten für den Normalbürger kaum zugänglich ist, gibt es im Celler Franzgarten eine Familienfete für alle.

„Das besondere am Ferienpass in Celle ist, dass die Angebote kostenlos oder wirklich erschwinglich sind“, sagt Laube. Ziel der städtischen Jugendarbeit sei es, dass das sechswöchige Ferienprogramm auch für Hartz-IV-Familien offen steht. Das gelte auch für das Abschlussfest, bei dem traditionell alle Vorstellungen und Mitmachaktionen kostenlos sind. „Das Fest wird aus dem Ferienpass-Etat mitfinanziert und diesmal auch ein bisschen über das Stadtjubiläum“, erklärt Laube die Verpflichtung der hochkarätigen Künstler, die sogar aus Hamburg, Berlin und Frankfurt angereist sind.

Als wahrer Publikumsmagnet erweist sich der Diabolo-Künstler DJuggledy alias Jan Manske, der das Jongliergerät wahrlich zu neuen Höhen führt. „Lauter, Celle, ich will höher“, animiert die freche Berliner Schnauze die etlichen Zuschauer bei seinem ersten Besuch in der Herzogstadt und vereint Artistik- mit Comedy-Show. Dass er körperlich nicht in Höchstform ist, lässt sich der Entertainer gar nicht anmerken. „Er hat eigentlich Rückenprobleme und viele Termine abgesagt. Aber den Auftritt in Celle hat er sich nicht nehmen lassen“, erläutert Laube.

Der Höhepunkt des Tages ist aber eine andere Artistikshow: Vor der Manege des Kinder- und Jugendzirkus Knalltüte aus Celle erwarten die Zuschauer gespannt die alljährliche Vorstellung der Lokalmatadoren. Neben den erfahrenen Zirkusleuten treten auch viele Ferienpass-Kinder auf, die ihr Programm erst in diesem Sommerferien ausgearbeitet haben. Die beiden Artistinnen Anna Rutschke und Berlind Gerken haben bei einem viertägigen Workshop im Juli insgesamt 25 Mädchen und Jungen zu kleinen Zirkuskünstlern ausgebildet.

Für den Zirkus Knalltüte ist der Ferienpass die beste Nachwuchswerbung. „Dadurch können wir ganz viele Kinder für den Zirkus begeistern“, sagt Gerken. Mit ihren 19 Jahren gehört sie schon zu den alten Hasen beim Abschlussfest. „Ich bin hier schon seit neun Jahren dabei.“ Derzeit absolviert sie zwar ein Freiwilliges Soziales Jahr beim CircO Hannover, danach will sie aber Chemie studieren. „Hauptberuflich wollen wir nicht Zirkus machen“, sagt die 20-jährige Rutschke, die ein Studium zur Bauingenieurin anvisiert.

Neue Talente will auch die Hockey-Abteilung des MTV Eintracht Celle über den Ferienpass entdecken. „Wir wollen den Kindern Spaß am Sport vermitteln, aber natürlich auch zum Probetraining einladen“, sagt Jugendtrainerin Monique Senkowski-Pijsel. Trotz Regens hatten im Juni immerhin insgesamt 55 Kinder an der MTV-Ferien-Aktion teilgenommen. Und beim Abschlussfest greifen noch viel mehr zum Hockeyschläger und versuchen, die beiden Torhüter Annelie Knolle und Raphael Bartel zu überwinden.

„Ich habe keine Ferienpass-Aktion mitgemacht“, verrät Anna Franz aus Langlingen. Lust hätte sie aber schon gehabt, sagt die Elfjährige, die am Stand der Jugendarbeit der Samtgemeinde Lachendorf mit Schablonen und Sprühdosen ein kleines Kunstwerk schafft. Mutter Sabine erklärt: „Wir haben die Anmeldung einfach verschlafen. Das Programmheft wird zwar in den Grundschulen verteilt, aber nicht mehr in den weiterführenden Schulen.“

Viele Veranstaltungen waren schnell ausgebucht. „Der Ferienpass ist wieder sehr gut angenommen worden, er ist einfach ein Muss“, sagt Till Voigt von der Kreis-Jugendarbeit. Beim städtischen Abschlussfest ist der Landkreis zum ersten Mal dabei. „Wegen Umbauarbeiten ist unser eigenes Familienfest in diesem Jahr ausgefallen, da haben wir gesagt: Dann gehen wir auf jeden Fall hier hin.“

Als „konstante Größe“ bezeichnet auch Stadtmitarbeiter Laube das Ferienprogramm. „Der Oberbürgermeister hat eindeutig Stellung bezogen, dass der Ferienpass und dieses Fest genauso bestehen bleiben“, sagt er und weist anders lautende Gerüchte zurück. „Wir sind schon in den Planungen fürs nächste Jahr. Ich habe auch schon die ersten Künstlergespräche für das Abschlussfest geführt.“