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Celle Stadt Testlauf für Celler Schlosskapelle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Testlauf für Celler Schlosskapelle
07:31 12.10.2017
Von Michael Ende
Beeindruckt vom einzigartigen Sakralraum der Schlosskapelle (von links): Andrea Burgk-Lempart, Jörg Nigge, Christina Krafzyk und Erwin Stadlbauer. Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

„Die Schlosskapelle ist das historische Herz Celles. Sie steht immer noch im Mittelpunkt unseres Interesses – kirchlich, kulturell, touristisch – und wir sind dem Land Niedersachsen außerordentlich dankbar für das hier gezeigte finanzielle und wissenschaftliche Engagement“, sagte gestern Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge im Rahmen einer Pressekonferenz in der Gotischen Halle des Schlosses. Dort wird eine der umfassendsten Schauen zur Reformation in Niedersachsen gezeigt – unter anderem mit 3-D-Präsentation der Kapelle. „Wenn am 25. Oktober nach Jahrzehnten erstmals wieder ein Gottesdienst in der Kapelle gefeiert werden kann, wurde ein Kleinod wieder zum Leben erweckt, das zumindest norddeutschlandweit von unerreichter Bedeutung ist“, so Nigge.

Das Land Niedersachsen untersucht zusammen mit der Stadt Celle, der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und Fachleuten für Bauphysik und Konservierung die Möglichkeiten und Risiken einer erweiterten Nutzung der Celler Schlosskapelle. Derzeit ist die Zugänglichkeit zu diesem bedeutenden Zeugnis der Renaissancekunst durch „Übernutzung“ stark eingeschränkt. Bis zu 70.000 Besucher jährlich brachten bis Anfang der 90er Jahre so viel Feuchtigkeit und Mikroorganismen in die Kapelle, dass deren Substanz stark angegriffen wurde. Bis der Denkmalschutz die Notbremse zog und Besucher und Kapelle durch eine Glaswand trennte.

In einem Modellprojekt, das konventionelles Vorgehen mit innovativer Forschung und Entwicklung verknüpfe, würden die denkmalverträgliche Nutzung und Klimatisierung erforscht, sagte Erwin Stadlbauer, der als Referatsleiter im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) für Restaurierung in der Bau- und Kunstdenkmalpflege zuständig ist: „Wir dürfen den Bogen nicht überspannen und Fehler der Vergangenheit wiederholen.“ Deswegen solle in einer Pilot-und Erprobungsphase im kommenden Jahr, in der einzelne Andachten und Führungen in der Kapelle erlaubt seien, Daten gesammelt werden, mit denen man eine Computersimulation füttern wolle, die Varianten möglicher künftiger Nutzungen errechnen solle: „Dieses Verfahren ist im Denkmalbereich absolut einzigartig.“

„Es gilt, eine nachhaltige Form der Nutzung der Schlosskapelle zu entwickeln“, so Andrea Burgk-Lempart, Superintendentin des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Celle. NLD-Präsidentin Christina Krafczyk unterstrich, dass der 25. Oktober den Übertritt in eine neue Phase bedeute: „Dieser Gottesdienst wird ein erster Test sein.“

Für den Gottesdienst, der am Mittwoch, 25. Oktober, um 19 Uhr unter der Leitung von Landesbischof Ralf Meister in der Schlosskapelle beginnt, verlost die CZ 25 der streng limitierten Sitzplätze. Wer am Gottesdienst teilnehmen möchte, ruft am Donnerstag, 12. Oktober, zwischen 13 und 14 Uhr unter Telefon (05141) 990345 an. Die Gewinner werden benachrichtigt.