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Celle Stadt Teurer Spaß: Celle muss zwei Kraftwerke ersetzen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Teurer Spaß: Celle muss zwei Kraftwerke ersetzen
13:46 29.12.2016
Von Gunther Meinrenken
Klärwerksmitarbeiter Christian Münkehove gewährt einen Einblick in die Technik der beiden abgängigen Blockheizkraftwerke, die im kommenden Jahr für 3,1 Millionen Euro ersetzt werden sollen. Quelle: Oliver Knoblich
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Mit den BHKW scheint es so zu laufen, wie mit der privaten Heizung. Erst 1995 wurden sie gebaut, doch mittlerweile sind beide abgängig. „Ein wirtschaftlicher Betrieb ist nicht mehr möglich“, mahnt der Chef der Celler Klärbetriebe, Michael Martin. Eine Verzögerung des Baubeginns verursache jeden Monat Kosten von 16.000 Euro.

Dabei sind die Probleme schon länger bekannt. Bereits 2010 wurde in einem Klimaschutz-Konzept für den Klärwerksbetrieb der Austausch der beiden BHKW vorgeschlagen. 2012 billigte der Umweltausschuss das Projekt, zu dem auch die Erneuerung der Blockheizkraftwerke zählte. 2013 wurde die so genannte Bedarfsplanung erstellt. Zwei weitere Jahre gingen ins Land, bis die Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorlagen.

Doch bei der Ausschreibung erlebten Martin und seine Mitarbeiter eine böse Überraschung: Alle Angebote lagen 250.000 bis 1,2 Millionen Euro über der eigenen Kostenschätzung. Der Favorit, der den höchsten Wirkungsgrad der Anlagen versprach, was in 20 Jahren Kosten von eine Million Euro einsparen würde, lag noch 790.000 Euro über den Berechnungen des Klärwerks. Doch bessere Angebote wird es wohl nicht geben. „Ein erneutes Ausschreibungsverfahren wird aufgrund der Auftragslage der Anlagenbauer keine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit ergeben“, heißt es in der Vorlage. Und: „Die Stadt Celle ist mit der Ausschreibung eine Vergabepflicht eingegangen, die nicht ohne Weiteres aufgehoben werden kann.“

Das heißt: Sollte nach dem Celler Rat auch der Betriebsausschuss des zum 1. Januar neu gegründeten Eigenbetriebs Stadtentwässerung dem Projekt zustimmen, „wird noch im Januar der Auftrag vergeben“, kündigt Martin an. Danach würden die BHKW-Module produziert. Martin rechnet mit der Fertigstellung der Kraftwerke bis Ende 2017.