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Celle Stadt Theaterkunst vom Feinsten in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Theaterkunst vom Feinsten in Celle
22:22 15.04.2018
Beeindruckende Inszenierung des Schlosstheaters: (von links) Johanna von Gutzeit, Katrin Steinke Quintana und Thomas Wenzel. Quelle: Alex Sorokin
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Celle. Der Titel eines Pirandello-Stückes, „Sechs Personen suchen einen Autor“, kommt einem an diesem Abend genauso in den Sinn, denn die Schauspieler – hier sind es nur vier an der Zahl – suchen am Anfang nicht nur ihre Figuren, sondern auch das, was Tschechow mit diesem Stück, seinen Figuren und deren Lebenshaltungen gemeint haben könnte.

Oder liegt an diesem Abend nicht der Titel des vielleicht berühmtesten Böll-Textes „Ansichten eines Clowns“ in der Luft? Der alte Diener Firs wird in dieser Aufführung nämlich zu einem traurigen Clown, der als Philosoph von der Zukunft nichts mehr erwartet, außer dass es leise lächelnd mit ihm zu Ende gehen möge und er selbst darüber entscheiden kann. Und trotzdem: Am schnell erreichten Ende des Abends nach kaum 100 Minuten hat man starke Eindrücke von den vier wichtigsten Figuren des Tschechow-Stückes mitgenommen. Das Stück selbst, diese Komödie, die mal zur Farce tendiert, aber immer wieder ins Tragische kippt, wird in seiner Gesamtheit an diesem Abend nicht geboten. Vielmehr sieht man „Variationen über Figuren von Tschechow“.

Am Anfang mag das noch irritieren, je länger der Abend aber voranschreitet, desto überzeugender wird er. Und: Man merkt immer mehr, dass die raffinierte deutsche Fassung des Stückes für nur vier Spieler von Elina Finkel es der Regisseurin Juliane Kann und ihren Darstellern wunderbar ermöglicht, zum Kern dessen zu kommen, was das Wesen der einzelnen Figuren ausmacht. Das Beste aber: Der Regisseurin gelingt ein kleines Wunderwerk hinsichtlich dessen, was sie aus den einzelnen Schauspielern herausholt.

Bei Alex Friedland als auf die Zukunft setzender Kaufmann Lopachin blieb sprachlich anfangs zwar einiges im Argen, seine Entblößung als Egoist am Ende des Stücks spielte er aber mehr als überzeugend. Johanna von Gutzeit als Gutsbesitzertochter Warja hatte viele starke Momente. Und diese vor allem auch dann, wenn sie sich zurücknahm, dabei aber immer präsent blieb. Herausragend aber zwei Schauspieler, die gar zu oft selbst die unterschiedlichsten Rollen recht ähnlich spielen. Da ist zunächst Katrin Steinke Quintana als Gutsbesitzerin, der zwar vielleicht der mit der Figur assoziierte Aura fehlt, die ihr aber auf ganz sachliche Weise eine Dimension verleiht, die man kaum in ihr vermutet hat. Ganz stark.

Und dann ist Thomas Wenzel als alter Diener Firs zu nennen, der in dieser „Kirschgarten“-Fassung zur alles bestimmenden Hauptrolle wird. Wenzel gelingt in dieser Figur eine Sublimierung seiner Manierismen, die ihm und den Zuschauern eine andere Dimension der Schauspielkunst erschließt.

So erreicht er eine oft fast stumme Intensität, die bis auf ganz wenige Momente frei ist von Effekthascherei. Diese Szenen bleiben haften. Das ist Theaterkunst vom Feinsten. Zu verdanken ist das vor allem Regisseurin Juliane Kann, die all das aus ihren Schauspielern herausgekitzelt hat. Und der Abend rundet sich tatsächlich am Ende zu einer bitteren Komödie, die dem Geist Tschechows wohl doch sehr nahe steht. Unbedingt erlebenswert. Aber es lohnt sich für jeden Zuschauer, sich vorher schon zu informieren über die Vorlage von Tschechow. Das wird den Kunstgenuss erhöhen.

Von Reinald Hanke

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