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Celle Stadt Theaterstück soll Brücken bauen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Theaterstück soll Brücken bauen
13:16 26.12.2016
Niyazi Acar und Verena Saake spielen auf Deutsch und Türkisch "Fatima und der Traumdieb" auf der Turmbühne des Schlosstheaters. Quelle: Alex Sorokin
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„Es geht um Mut, innere Kraft und Emanzipation“, fasst Sonja Schroeder zusammen. Sie ist wie schon bei den Produktionen von „Froschkönig“ und „Schaf fürs Leben“ als Gastregisseurin für die Inszenierung und auch die Ausstattung des Kinderstücks verantwortlich und hat sich einiges vorgenommen: „Wir bringen das Stück als Erzähltheater auf die Bühne. Das bedeutet der Erzähler und die Akteure arbeiten Hand in Hand, so wird die Geschichte gehört und erlebbar.“ Schon aus Zeitgründen musste die literarische Vorlage Schamis bearbeitet und gekürzt werden. Auch das Ende werde nicht ganz so düster ausfallen, wie es in der Erzählung angelegt ist.

Es ist die Geschichte über Fatima und ihren Bruder Hassan. Deren Mutter hat kaum noch Geld und ist krank. Der kleine Hassan beschließt, arbeiten zu gehen und geht zum Schloss. Dort bietet ihm der Schlossherr für eine Woche Arbeit sogar ein Goldstück – wenn er während dieser Woche nicht ein einziges Mal ärgerlich wird. Hassan hält, trotz mancher Schikane, durch. Aber am letzten Tag wird das Ganze ihm dann doch noch zu bunt.

Hassan verliert nicht nur den in Aussicht gestellten Lohn, sondern auch seine Träume. Die stiehlt der bösartige Herrscher nämlich gleich mit. Traurig geht Hassan nachhause und berichtet seiner Schwester von seinem Unglück. Fatima beschließt es besser zu machen und fordert den Schlossherrn kühn heraus: Wenn Sie sich eine Woche lang während der Arbeit nicht ärgern lässt, will sie gleich zwei Goldstücke – und was die Träume betrifft, so hat sie noch einen anderen Plan…

Nur zwei Akteure teilen sich die Parts von Schauspiel und Erzähler. Das besondere daran: Die Geschichte wird auf Deutsch und Türkisch auf die Bühne gebracht. „Das entspricht nicht nur dem orientalischen Flair, sondern auch der Intention, die wir verfolgen. Wir wollen Brücken bauen. Nur wer auf Menschen eingeht, lernt das Gegenüber besser und unvoreingenommen kennen und kann freundschaftlich miteinander umgehen. Mit der Sprachwahl wollen wir auch Menschen erreichen, die schon seit langem unter und mit uns leben zum Beispiel unsere kurdischen Mitbürger und sie ein weiteres Stück mit einbinden“, erläutert Schroeder.

Für die kurdische Mitarbeit, schon im Zuge der Ausarbeitung, wurde Niyazi Acar gewonnen. Er lebt seit 1987 in Celle und freut sich, mit dem Theaterstück „wirklich völkerverbindend zu arbeiten und für sich eine neue Erfahrung zu machen“. Verena Saake übernimmt den deutschen Part. Das Meiste der Texte wird nicht übersetzt, sondern ergebe sich aus Antwort und Nachfrage oder aus dem Spiel selbst heraus.

Das Stück dauert rund eine Stunde ohne Pause. Die Premiere ist am 6. Januar.

Von Doris Hennies