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Celle Stadt Intensive Inszenierung einer wechselvollen Liebe
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Intensive Inszenierung einer wechselvollen Liebe
14:02 18.12.2018
Caspar Harlan und Kerstin Wittstamm als Leo und Sonja Tolstoi in der theatralen Lesung „Ist das die Liebe?“. Quelle: Christina Matthies
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Es ist eine der tragischsten Ehen der Literaturgeschichte. Er, Romanautor und Wegbereiter der russischen Revolution. Sie, Mutter von 13 Kindern, die sich widerwillig mit der Rolle der ländlichen Hausfrau zufrieden gibt und nachts handschriftlich die Werke ihres Mannes kopiert. Sie lieben und sie hassen sich, und können doch fast 50 Jahre lang nicht voneinander lassen. Gemeint sind, die mit ihren Briefen und Tagebüchern ein herzzerreißendes Zeugnis ihrer widersprüchlichen Liebe hinterlassen haben.

Gelungen und atmosphärisch dicht inszenierten Kerstin Wittstamm und Caspar Harlan von der Freien Bühne Wendland am Samstagabend in Kunst & Bühne die von Übersetzerin Andrea Clemen zusammengestellte Brief- und Tagebuch-Collage „Ist das die Liebe? Oder doch wieder nur das Verlangen nach Liebe?“. Als „theatrale Lesung“ angekündigt, war die rund zweistündige Vorstellung jedoch sehr viel mehr als das: Wittstamm und Harlan gelang es, die literarischen Aufzeichnungen einer wechselvollen Liebe zu einem intensiven Theaterstück zu verweben, das die Zuschauer in der intimen Atmosphäre von Celles städtischer Kleinkunstbühne höchste Glückgefühle und bittere Verzweiflung, große Hoffnungen und tiefe Enttäuschung hautnah miterleben ließ.

In fast fünf Jahrzehnten Ehe wandelt sich die Beziehung von Sonja und Leo Tolstoi auf geradezu dramatische Weise. „Unvorstellbares Glück, ich liebe sie“, notiert der russische Schriftsteller kurz nach der Hochzeit in seinem Tagebuch. „Ich liebe ihn immer mehr“, schreibt sie. Doch die Ernüchterung folgt auf dem Fuße. Das Paar beginnt zu streiten, über Politik, die Liebe und das Leben. „Ich will Fröhlichkeit, leichtes Geplauder – er dagegen liest Kant, Hegel und Schopenhauer“, klagt Sonja. „Ich muss mich zwingen, sie zu lieben“, schreibt Leo. „Für mich ist Eigentum Sünde, für dich die Voraussetzung zum Leben.“

Am Ende steht die absolute Verständnislosigkeit auf beiden Seiten – er flüchtet sich auf sein Landgut Jasnaja Poljana und vergräbt sich in seiner Arbeit, sie bleibt in Moskau und stürzt sich in das gesellschaftliche Leben. „Wenn die körperliche Liebe einmal ein Ende hat, was bleibt dann?“, fragt Sonja zuletzt. „Ich habe auf eine stille, zärtliche Freundschaft gehofft, doch entstanden ist nur Leere.“

Von Christina Matthies

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