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Celle Stadt Tiefgründige Gedanken in heutige Zeit übertragen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tiefgründige Gedanken in heutige Zeit übertragen
14:15 25.05.2018
Pianistin Angelika Franzki und Sprecher Michael Helbinggaben im Celler Sophien-Stift einen Rilke-Nachmittag. Quelle: Christina Matthies
Celle Stadt

„Haben Sie schon einmal ein Gedicht erhalten, von jemandem, der Begehren für Sie empfunden hat?“, fragt er, nur um gleich darauf auf Rilkes Talent zu loben, „Liebe, Zuneigung und das Gefühl von etwas“ unvortrefflich beschreiben zu können. „‚Und Deine Augen sind wie Sterne, die überm Waldsee blinken blank, drin eine blaue, märchenferne, selige Wunderzeit versank‘“, rezitiert er aus Rilkes „Dämmerstunde“ – und sofort senkt sich Stille über den trotz der sommerlichen Außentemperaturen gut besetzten Saal, während so mancher überlegt, wann er selbst wohl zum letzten Mal eine so romantische Liebeserklärung bekommen hat.

Überhaupt versteht es Helbing geschickt, Rainer Maria Rilkes (1875-1926) tiefgründige Gedanken in die heutige Zeit zu übertragen. „‚Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.‘“, liest Helbing aus Rilkes bekanntem Gedicht „Der Panther“. „Haben viele unter uns das auch nicht schon einmal erfahren – ein Gefangen-Sein in Zwängen?“, fragt er dann.

Rilkes Werk „Voller Apfel, Birne und Banane“ – eines seiner zahlreichen Natur-Gedichte – lässt sich, wenn man denn will, gar als moderne Ode an die Achtsamkeit verstehen: „‚Wagt zu sagen, was ihr Apfel nennt. Diese Süsse, die sich erst verdichtet, um, im Schmecken leise aufgerichtet, klar zu werden, wach und transparent‘.“ Wie das eigentlich sei, so voller Konzentration in etwas zu beißen, überlegt Helbing, der an diesem Nachmittag mit effektvoll gesetzten Pausen und ausdrucksvoller Mimik glänzte – der an der ein oder anderen Stelle vielleicht doch ein klein bisschen weniger Pathos gut getan hätte.

Großartig zudem Pianistin Ange-lika Franzki, die Rilkes Werke mit Klavierstücken aus der eigenen Feder perfekt zu untermalen verstand – und deren ganz eigene, leicht melancho-lische musikalische Handschrift in allen Kompositionen deutlich zu erkennen war.

Von Christina Matthies

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