Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Tierheim in Vorwerk will Kleintierland bauen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tierheim in Vorwerk will Kleintierland bauen
17:35 16.06.2017
Von Dagny Siebke
Wie das Kleintierland aussehen könnte, sieht man im Garten von Familie Thönies. Im blauen Holzhaus im Hintergrund haben es die Zwergkaninchen auch im Winter warm und trocken. Auf der Wiese mit Baumstämmen und Röhren und Hochsitz haben sie genügend Auslauf.  Quelle: Dagny Siebke
Celle Stadt

Wer auf der Suche nach Zwergkaninchen oder Meerschweinchen fürs Kind ist, muss sich in die Katakomben des Celler Tierheims begeben. Ganz weit hinten im Gang sind die Kleintiere in einer Rumpelkammer untergebracht. Hier sind die Fenster so klein, dass selbst tagsüber das Licht brennt. Es fehlt an frischer Luft, grüner Wiese und viel Auslauf. Die Hasen, die sich mit ihren Artgenossen nicht vertragen, sind in handelsüblichen Käfigen untergebracht – da, wo im Verwaltungsgebäude gerade noch Platz ist.

Im Jahr 2016 waren insgesamt 166 Kleintiere im Vorwerker Tierheim untergebracht. "Die Zahlen sind in den letzten Jahren explodiert", betont Leiter Roman Thönies. Dabei nehmen die Tierschützer inzwischen nur noch Nager an, die im Haus gehalten wurden. "Wir hatten schon oft genug Hasen aus der Außenhaltung, die dann hier drinnen ihr ganzes Fell abgeworfen haben", erzählt Thönies. Um den armen Hasen den Stress zu ersparen, will das Tierheim ihnen nun ein Kleintierland bauen, in dem sie das ganze Jahr draußen verbringen können.

"Als Tierheim wollen wir Vorbild sein und zeigen, wie man die Tiere artgerecht halten kann", erklärt Nadine Thönies, die sich um die Pflegefälle im Tierheim kümmert. "Wir haben genug Ideen, nur leider fehlt uns das Geld für die Umsetzung." Deswegen hat der Trägerverein nun einen Spendenaufruf gestartet.

Wie das neue Nagerreich aussehen könnte, zeigt Familie Thönies im eigenen Garten: Hier leben momentan elf Kaninchen, die das Tierheim nicht vermitteln konnte. Jede Gruppe hat ungefähr 30 Quadratmeter Auslauf. Dort leben drei, vier Hasen in einer WG: Jedes Tier hat im Holzhaus seine eigene Etage. Dank der Isolierung ist es dort auch im Winter warm und trocken. Auf der Wiese gibt es Baumstämme, Röhren und sogar einen Hochsitz. "Wenn man es so baut, hat man danach weniger Arbeit", weiß Nadine Thönies. "Und mehr Spaß, den Tieren beim Toben zuzuschauen."