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Celle Stadt Titanic-Untergang als Datensatz: Celler sagt Leben und Tod voraus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Titanic-Untergang als Datensatz: Celler sagt Leben und Tod voraus
16:54 01.09.2017
Von Carsten Richter
Chek-Manh Loi Quelle: Dirk Laessig
Celle Stadt

Der junge Celler Tüftler hat im Rahmen eines fünftägigen Sommercamps am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam am Computer Vorhersagen getroffen, welche Passagiere die Katastrophe überleben werden. Zunächst musste sich der Celler mit der Programmiersprache vertraut machen. Danach ging es ans Brainstorming: Einem vorhandenen Datensatz haben die Schüler weitere Attribute hinzugefügt, die den Jugendlichen zu genaueren Vorhersagen verholfen haben."Letztlich war es ein offensichtliches Attribut, das über Leben und Tod entschied, nämlich die Tatsache, ob man Platz in einem Rettungsboot bekommen hat", sagt der Schüler. Dadurch habe die Genauigkeit der Schätzungen bei bis zu 98 Prozent gelegen.

Für Chek-Manh steht schon fest, dass er nach dem Abitur Informatik studieren will. "Informatik ist mit logischem Denken verbunden, das fasziniert mich", erzählt er. Das Sommercamp sei die perfekte Gelegenheit gewesen, das Informatikstudium kennen zu lernen. Mit mehr als 40 Jugendlichen aus Deutschland und Frankreich traf er dabei zusammen. "Als Gruppe an einer Aufgabe zu arbeiten, hat viel Spaß gemacht."

Natürlich hätten sich immer kleine Fehler in unsere Codes eingeschlichen", sagt Chek-Manh, doch die betreuenden Studenten hätten immer wieder beratend zur Seite gestanden. "Es war schön, sich untereinander auszutauschen, ich habe viele neue Sachen gelernt."

Zum Beispiel, dass sich "Machine learning" nicht nur auf die Vorhersage von Leben und Tod beschränkt. Am Computer ist noch viel mehr möglich: Wird ein Angestellter seine Firma verlassen, ein Paket vom Online-Handel zurückgeschickt oder ein Film mit einem Preis ausgezeichnet? "Allerdings sind die Vorhersagen nicht immer so eindeutig wie bei dem Titanic-Beispiel", sagt Chek-Manh.

Informatik ist also nicht nur graue Theorie. Und selbst die kann ganz schön aufregend sein. Meint jedenfalls der Hölty-Schüler. Ein "Nerd", der nur vorm Bildschirm sitzt, ist er nicht. Klavierspielen und Badminton zählen zu seinen weiteren Hobbys. Vielleicht kann er seine Informatik-Kenntnisse ja demnächst auch darauf anwenden – und am PC Sieg und Niederlage voraussagen.