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Celle Stadt Tochter führt Stand ihres toten Vaters auf Celler Weihnachtsmarkt fort
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tochter führt Stand ihres toten Vaters auf Celler Weihnachtsmarkt fort
16:59 20.12.2013
Von Christopher Menge
In Erinnerung an ihren Papa. Pia Lengen führt den Stand des - verstorbenen Norbert Slowik auf dem Celler Weihnachtsmarkt weiter. Quelle: Christopher Menge
Celle Stadt

Wenn Pia Lengen im Stand auf dem Celler Weihnachtsmarkt steht, findet sie zeitweise sogar ihr Lächeln wieder. „Hier bin ich zur Zeit am liebsten“, sagt die 19-Jährige, die den Verkauf von Edelsteinen und Kristallen auf dem Großen Plan weiterführt. Ihr Vater Norbert Slowik ist am 10. Dezember bei einem Unfall mit seinem Fahrrad am Nordwall tödlich verunglückt. „Hier kommen schöne und lustige Erinnerungen hoch“, erzählt Lengen und blickt auf „Papas Lebenswerk“.

Ihr Vater sei jemand gewesen, der nie jemanden im Stich gelassen hätte – ein Grund, warum sich Lengen entschied, den Stand der „Kristallschmetterlinge“ bis zum Ende des Weihnachtsmarktes am 29. Dezember zu übernehmen. „Wir wollen den Kunden und Freunden die Möglichkeit geben, Geschichten über meinen Vater zu erzählen oder sich ein persönliches Erinnerungsstück zu kaufen“, sagt Lengen. Es ist wohl die letzte Möglichkeit, denn Lengens Familie wird das Geschäft von Norbert Slowik nicht weiterführen. „Wir haben nicht das Wissen und das handwerkliche Geschick“, sagt Lengen, die Anna Arnold besonders dankbar ist. Diese hat sich sofort bereit erklärt, weiterhin in dem Stand zu arbeiten. „Für mich ist das eine Ehre“, sagt Arnold, „wir machen das für Norbert.“

Da Lengens Mutter noch einen Reisegewerbeschein besitzt, gab es auch rechtlich keine Probleme. Slowik hatte über 20 Jahre Kugeln, Quarze und Schmuck geformt und verkauft. Der 55-Jährige plante gerade sein Geschäft auszuweiten. „Ihm ging es richtig gut“, sagt Lengen, „er wollte sich eine Werkstatt kaufen und auch Holzskulpturen bauen.“

Gestern blieb der Stand geschlossen - Slowik wurde beigesetzt. „Papa hätte nicht gewollt, dass wir schwarze Kleidung anziehen“, sagt Lengen, „er war ein fröhlicher und herzlicher Mensch.“ Die Erinnerung daran lebt im Stand auf dem Celler Weihnachtsmarkt weiter.