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Celle Stadt Todesgefahr Baumunfall im Landkreis Celle erregt die Gemüter
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Todesgefahr Baumunfall im Landkreis Celle erregt die Gemüter
18:36 09.05.2014
Von Christopher Menge
Die Forderung von Uwe Ammoneit, die Bäume vom Straßenrand zu entfernen, hat eine große Diskussion ausgelöst. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Eine CZ-Leserin hat selbst ihre Tochter durch einen tödlichen Verkehrsunfall verloren, dennoch hat sie eine klare Meinung zu der aktuellen Diskussion um die Straßenbäume. „Die Autofahrer sind einfach zu schnell unterwegs“, sagt die Adelheidsdorferin, „die Bäume springen ja nicht auf die Straße.“ Der hiesige Abteilungsleiter Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes, Uwe Ammoneit, hatte zuvor in der CZ gefordert, diese vom Straßenrand zu entfernen. Auslöser war der tödliche Unfall bei Stedden, bei dem Ende April drei junge Menschen ihr Leben verloren hatten. Ammoneits Forderung hat eine große Diskussion losgetreten. Allein auf der CZ-Facebook-Seite meldeten sich über 300 User zu Wort. Der Artikel erreichte über das soziale Netzwerk 46.000 Menschen. „Die Bäume sind eine große Gefahr“, sagt Verkehrsingenieurin Birgit Blaich-Niehaus vom ADAC, „Baum-Unfälle gehen meistens bitter aus – mit Todesfolge oder schwersten Verletzungen.“ Der Automobilclub habe aber dennoch nicht so drastische Forderungen wie Ammoneit. „Wir finden die Alleen toll“, so Blaich-Niehaus, „aber sie müssen sicher sein.“Die Expertin weiß, dass häufig überhöhte Geschwindigkeit der Auslöser für einen Baum-Unfall ist. „Daher gibt es in den Alleen oftmals Geschwindigkeitsbegrenzungen. Diese müssen wirkungsvoll überwacht werden“, sagt Blaich-Niehaus, „außerdem müssen die Fahrer aufgeklärt werden.“Das hat sich Fahrlehrer Marcus Dzwoniarek von der Fahrschule Michaelis auf die Fahnen geschrieben. „Wir wollen unsere Schüler sensibilisieren“, sagt Dzwoniarek. Ammoneits Forderung hält er für komplett unrealistisch. „Das ist nicht umsetzbar. Und selbst wenn es einen Streifen von drei bis vier Metern gäbe – bei 100 Stundenkilometern bringt das nichts.“Der Fahrlehrer kennt neben Tempoüberschreitungen ein weiteres Problem, vor dem er seine Schüler immer wieder warnt. „Wir leben im Zeitalter der Smartphones“, sagt Dzwoniarek. „Oft reicht es, kurz abgelenkt zu sein, und die Fahrt endet an einem Baum.“ Man müsse daher immer wieder an die Autofahrer appellieren, sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Denn die Bäume an den Straßenrändern bleiben eine tödliche Gefahr. Niedersachsen hatte zwar im vergangenen Jahr so wenig Verkehrstote (412) wie nie, hat aber nach wie vor im bundesweiten Vergleich die höchste Zahl von Unfällen, die sich ereignen, weil Autos gegen einen Baum fahren.