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Celle Stadt Tolle Improvisationen und „Thunderstruck“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tolle Improvisationen und „Thunderstruck“
18:39 02.11.2018
Von Jürgen Poestges
Luca Stricagnoli aus Italien war einer der vier Musiker bei der „Internationalen Nacht der Gitarren“ in der CD-Kaserne. Wie seine Kollegen bot er eine tolle Performance. Quelle: David Borghoff
Celle

Luca Stricagnoli, Antoine Boyer, Samuelito und Cenk Erdogan unterhielten die Besucher in der ausverkauften Halle 16 der CD-Kaserne am Donnerstagabend mit abwechslungsreichen Stilen und routinierten Improvisationen.

Stricagnoli, der an diesem Abend als Gastgeber fungierte und bei einer seiner Kompositionen eine dreiarmige Gitarre spielte, erklärte den Hintergrund der „Internationalen Nacht der Gitarren“, die im Jahr 1995 von dem amerikanischen Musiker Brian Gores ins Leben gerufen wurde. „Wir wollen kulturelle Unterschiede durch Musik überwinden“, erklärte er. Und dieses Konzept ging voll und ganz auf.

Im ersten Teil präsentierten sich die vier Musiker jeweils einzeln. Hier der Italiener mit viel Rhythmus, da der gerade einmal 22-jährige Franzose Boyer mit Gypsy-Jazz. Sein spanischer Kollege Samuelito aus Cadiz präsentierte Flamenco der Spitzenklasse. Und der Istanbuler Erdogan vermischte geschickt die traditionelle Musik seines Landes mit jazzigen Elementen.

Er war im Übrigen auch der Einzige der vier Gitarristen, der ein Instrument ohne Stege spielte. „So kann ich viel mehr Zwischentöne spielen als auf einer normalen Gitarre“, erklärte er.

Wie überhaupt einiges erklärt wurde. Boyer erläuterte den Gypsy-Jazz. „Da gibt es zwei Rhythmen: den Swing und den Walzer. Und normalerweise benötigt man zwei Gitarristen, einen für den Rhythmus, einen für die Melodie.“ Er hat ein Stück speziell für die „Nacht der Gitarren“ komponiert, in dem er beide Parts übernahm. „Es hat noch keinen Namen. Vielleicht nenne ich es den Walzer der Nacht der Gitarren.“ Der Spanier schließlich erzählte von den vielen Richtungen, die es im Flamenco gebe. „Ich komme aus Cadiz, da hört sich alles total nett und freundlich an. Wer solche Musik spielt oder hört, der kann gar nicht böse sein.“

Nach der Pause spielten die Musiker in verschiedenen Duos. Mal ging es kraftvoll zu, so beim Queen-Hit „Another One Bites the Dust“, gespielt von Stricagnoli und Boyer. Mal melodisch und geradezu verspielt, aber immer mit viel Freude am Musizieren.

Als dann am Ende alle vier Gitarristen den AC/DC-Knaller „Thunderstruck“ präsentierten – vier Akustik-Gitarren im Hard-Rock-Modus – wurde klar, dass die Musiker viel Spaß hatten, miteinander und für das Publikum zu spielen und auch einmal über die „normale“ Rolle der Akustik-Gitarre hinauszugehen.

Die zweite Zugabe unterstrich dies noch einmal. „Wir wissen nicht mehr, was wir spielen sollen“, so Erdogan. Also bat er die Zuschauer, vier Noten in den Saal zu rufen. Daraus wurde dann eine Improvisation, in die sogar die Besucher stimmlich mit einbezogen wurden – klasse.

So verwundert es auch nicht, dass die vier Gitarristen mit stehenden Ovationen verabschiedet wurden. Die setzten sich auch noch fort, als das Saallicht schon lange wieder brannte.

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