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Celle Stadt Tongirlanden von atemberaubender Virtuosität
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tongirlanden von atemberaubender Virtuosität
13:16 03.02.2014
Piotr Schiller (links) - und Maciej Bulinski - beim vierhändigen Spiel - am Marimbaphon. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Bei den selbst arrangierten Klassikern wussten die Interpreten Piotr Schiller und Maciej Bulinski den exotischen Zauber ihrer Instrumente mit raffiniert gestalteten und dabei mit sanftem Vibrato belebten Tonfolgen virtuos zur Geltung zu bringen.

18 Stücke von 14 Komponisten standen auf dem abwechslungsreichen Programm, darunter Mozarts „Kleine Nachtmusik“, Beethovens „Mondscheinsonate“, Vivaldis „Winter“ aus den „Vier Jahreszeiten“ und Jacques Offenbachs „Cancan“, vorgetragen entweder vierhändig am Marimbaphon oder im wechselseitigen Duett auf beiden Instrumenten. Mit ausladenden Bewegungen und ungeheurer Fingerfertigkeit huschten dabei die mal mit weicher Wolle umzogenen, mal gummierten, mal mit Horn gehärteten Schlegel (Mallets) in mal anmutig (Strauss’ „Donauwalzer“), mal rasant hüpfenden Tempoläufen (Brahms’ „Ungarischer Tanz Nr. 5“) über die wuchtig anmutenden Holztasten.

Mit dramaturgischer Finesse und in erstaunlicher Fülle wussten sie die vom geheimnisvoll murmelnden Tremolo bis hin zu kraftvollen, orgelähnlichen Tongirlanden reichenden, enorm wandlungsfähigen Klangeigenschaften der Instrumente zu nutzen. Die Zuhörer ließen sich von den sonoren KIängen bereitwillig in eine exotisch klingende Traumwelt entführen, in einem außergewöhnlichen und von Piotr Schiller galant moderierten Konzert, in dessen Verlauf die beiden Interpreten die Leichtigkeit der wunderschönen Kantilenen mit bisweilen atemberaubender Virtuosität zu verbinden wussten.

Von Rolf-Dieter Diehl