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Celle Stadt Tour d'Amour: in Celle auf den Spuren der Liebe wandeln
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tour d'Amour: in Celle auf den Spuren der Liebe wandeln
20:04 15.02.2015
Von Carsten Richter
    Schlossführung Le Tour d' Amour Irina Gankema-Nikolaevkaia; Sabine Rahn (Schwarze Haare) Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

„Voilà, entrez!“ In prächtigen Kostümen stehen Irina Gankema-Nikolaevkaia und Sabine Rahn auf dem Innenhof des Celler Schlosses. Höflich bitten die Gästeführerinnen die knapp 30 Teilnehmer, ihnen in die königlichen Gemächer zu folgen. Es geht die Treppen hinauf. Im Barockzimmer angekommen, bleibt die Gruppe vor dem Gemälde Ludwigs XIV. stehen. Wie sah wohl zu Zeiten des Sonnenkönigs ein Brautstrauß aus? Und was sollten die Blumen, die Georg Wilhelm seiner Eleonore d’Olbreuse schenkte, aussagen? Spätestens nun wird klar, dass diese Schlossführung ganz im Zeichen der Liebe steht. Traditionell zum Valentinstag fand auch in diesem Jahr die Tour d‘Amour statt.

„An diesem Tag unternehmen wir eigentlich immer gemeinsam etwas“, sagt Heike (54) aus Leiferde, die mit ihrem Mann Ulrich (56) nach Celle gekommen ist. Der Entschluss, an der Kostümführung teilzunehmen, sei erst kurzfristig gefallen, sagt sie. Zusammen haben sie sich im Internet umgesehen, was am Tag der Liebenden an Veranstaltungen in der Region angeboten wird. Das Schloss kennen sie bereits. Sie hatten es schon mal auf eigene Faust erkundet, an einer Führung aber bislang noch nicht teilgenommen.

„Brautsträuße gibt es erst, seit es üblich ist die Ehe in der Kirche zu segnen“, erläutert Sabine Rahn alias Angélique de Beauchamps. „Sie wurden mit der Zeit üppiger.“ Die rote Rose wurde erst später zur Blume der Liebe. Auch Tulpen als Fruchtbarkeitssymbol oder Efeu als Zeichen der Treue, ja selbst das Gänseblümchen als volkstümliches Orakel hätten etwas mit der Liebe zu tun, sagt Irina Gankema-Nikolaevkaia in ihrer Rolle als Guillaume de la Selle.

Blumen zum Valentinstag gab es für Heike aus Leiferde zwar nicht, aber das sieht das Paar, das seit 1988 verheiratet ist, auch nicht so eng. Wichtiger ist es ihnen, sich Zeit füreinander zu nehmen und zum Beispiel bei gemeinsamen Mahlzeiten dem anderen zuzuhören. „Vertrauen und Zuverlässigkeit schätzen wir aneinander“, sagt Ulrich.

Unterdessen wird die Gruppe weiter durch die Audienzgemächer, den Festsaal und die Kapelle bis zur Schlossküche geführt. Allein mehr als 200 Hirsche seien auf dem Hochzeitsmahl von Herzogin Dorothea und Wilhelm dem Jüngeren im Jahr 1561 serviert worden, erfährt die Besuchergruppe hier.

„Ein sehr unterhaltsamer Stil“, meinen Heike und Ulrich im Anschluss. „Mal eine ganz andere Führung.“