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Celle Stadt "Tour de France für den guten Zweck" führt Radler durch Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Tour de France für den guten Zweck" führt Radler durch Celle
18:49 10.07.2017
Von Carsten Richter
Celle Stadt

Ihre Trikots hatten einen auffällig hohen Gelbanteil. Die Farbe war aber nur zufällig dieselbe wie die der Gesamtführenden bei der bekannten Frankreich-Tour. Bei dieser Fahrt geht es schließlich nicht um vordere Plätze, sondern allein um den guten Zweck. Doch auch das ist schon Ansporn genug, wie die Teilnehmer bei ihrer Zwischenstation in Celle deutlich machten. „Wir sind stolz, dabei zu sein. Das ist ein Erlebnis für das ganze Leben“, sagt Fahrer Henning Jessen. Die insgesamt 44 Radler, die am Montag anlässlich des 725-jährigen Bestehens durch die Residenzstadt kamen, sind auf dem Weg von Celles dänischer Partnerstadt Holbaek nach Paris. Es ist also gewissermaßen doch eine „Tour de France“.

Zweck der seit 2002 jährlich stattfindenden Fahrt ist es, Geld für krebskranke Kinder und deren Familien zu sammeln. Die Fahrer, die in Holbaek gestartet sind, sind allerdings nur ein kleiner Teil des „Teams Rynkeby“. Dazu gehören 44 regionale Gruppen aus sechs nordeuropäischen Ländern. Ein ganzes Jahr lang bereiten sich die insgesamt 1700 aktiven Radler und 450 Freiwilligen auf die 1200 Kilometer lange Strecke vor.

„Man muss schon bereit sein, viel zu trainieren“, sagt Teamleiterin Tine Bjerrgaard nach der Ankunft am Neuen Rathaus. Wer sich gerne mit anderen Menschen unterhält und vor allem Spaß am Radfahren hat, sei für die Tour genau richtig. Und wenn mal eine Reifenpanne die Weiterfahrt verzögert? „Was ist das schon, wenn wir damit Kindern helfen können, die an Krebs erkrankt sind?“, meint Jessen.

Der Einsatz für den guten Zweck nötigt auch Celles Stadtbaurat Ulrich Kinder Respekt ab, der die Radler begrüßte. Er steuerte eine Geldspende der Stadt bei, die in das soziale Projekt einfließt. „Ich freue mich, dass die Tour de France auch mal in Celle Station macht“, so Kinder augenzwinkernd.

Der Stadtbaurat zeigte sich begeistert von der tollen Organisation der Charity-Tour. An den Stationen ist schließlich alles vorhanden, was die Fahrer brauchen: Obst, Gemüse, Müsli, Frikadellen mit Kartoffelsalat und einige Naschereien sorgten für eine ausgiebige Verpflegung. Darüber hinaus stand ein Lastwagen bereit, der Wäschetrockner, einen Kühlschrank und allerlei Vorräte beherbergt. Den Truck stellte der dänische Safthersteller Rynkeby bereit, der Hauptsponsor der Radtour ist und die Primärkosten des Projektes deckt.

Den Radfahrern war der Spaß an der Tour anzumerken. Trotz Regens bei der Einfahrt am Neuen Rathaus waren nur fröhliche Gesichter zu sehen. Schon nach wenigen Minuten standen die Tourteilnehmer für Fragen oder Fotos zur Verfügung – der gute Zweck spornt an. Sicher ist es aber auch das Ziel Paris, das die Radler vor Augen haben. Schon bei der ersten Charity-Tour vor 15 Jahren war die Stadt an der Seine die Endstation. Damals waren nur elf Fahrer losgeradelt, um sich die Schlussetappe der Tour de France anzusehen.

Am Samstag wird die Gruppe erneut Paris erreichen. Die Profi-Radler werden sie diesmal nicht sehen – die Tour de France endet erst gut eine Woche später. Den guten Zweck aber haben die Fahrer erfüllt. Allein im vergangenen Jahr waren 8,84 Millionen Euro für den Kampf gegen Krebs zusammengekommen.