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Celle Stadt Traditionsbewusst alt und unbändig jung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Traditionsbewusst alt und unbändig jung
12:02 22.02.2010
Das Folklore-Quartett "Laridée" mit (von links) Peter Wendel, Tobias Schrödter, Christian Hartung und Andreas Pitter bei seinem Konzert in Kunst & Bühne. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Und dieser Leidenschaft frönten sie auch nun bei ihrem erstmaligen Auftritt in Celle mit viel Charme und Esprit und betteten ihren emotionsreichen vierstimmigen Gesang in temperamentvolle Klänge.

„Laridée“ bot atmosphärisch dichte Musik aus dem Zwischenbereich von Folk und Country, mitreißende Bänkelgesänge zumeist, aber auch meditative Balladen, bei denen man die Seele baumeln lassen konnte. Das war keine oberflächliche Plätscher-Musik, sondern Musik mit Charisma. Sie war kraftvoll und zugleich filigran, lieblich und dennoch spröde. Vibrierende Musik, die sich gleichermaßen als traditionsbewusst alt und unbändig jung erwies, zeitlos also und im allerbesten Sinn Volksmusik. Das Quartett interpretierte mit seinen neu arrangierten und teilweise selbst vertonten Stücken – vornehmlich Tierfabeln des Gesellschaftskritikers Jean de la Fontaine (1621-1695) – die Lebensart der Franzosen auf eine unnachahmliche, ganz eigene Weise: Frisch und melodiös, munter und quirlig sorgte der immer an der Textaussage orientierte ausdrucksstarke Gesang für eine tolle Folk-Atmosphäre, die das Publikum restlos begeisterte. Kennzeichnend für den Stil der Gruppe war zum einen die Energie, mit der sie den Puls ihrer Musik auf das begeisterte Publikum übertrug, zum andern waren es aber auch die Momente des Innehaltens, die Phasen des entschleunigenden Zurücklehnens, die das Konzert zum Erlebnis werden ließen.

Von Rolf-Dieter Diehl