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Celle Stadt Trassendialog in Celle mit Hindernissen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Trassendialog in Celle mit Hindernissen
15:00 13.02.2015
Im Vorfeld zum Dialogverfahren zu einer Güterschienenverkehrstrasse, haben sich bereits einen Vielzahl von Demonstranten vor dem Eingang der Congress-Union postiert, um den Teilnehmern ihre Meinung mit auf den Weg zu geben. Quelle: Tore Harmening
Celle Stadt

80 Vertreter aus den betroffenen Kommunen sowie von Bürgerinitiativen und Interessenverbänden der Mobilitätswirtschaft sollen bis November idealerweise eine Trassenvariante herausarbeiten, die favorisiert wird. Diesen Appell richtet auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies noch einmal zu Beginn an das Forum. „Es wird harte Kontroversen geben, aber am Ende steht vielleicht ein Ergebnis, das auch eine Verbindung aus mehreren Varianten sein kann”, so Lies. Würde das gelingen, hätte Niedersachsen ein Modellprojekt geschaffen, das als Vorbild für andere Projekte in Deutschland dienen könne.

Allerdings stellt sich die Frage, ob diese Bitte von Lies nicht ein frommer Wunsch bleiben wird, denn bereits gestern wurde deutlich, dass die Skepsis vieler Teilnehmer gegenüber den vorgelegten Gutachten groß ist. So erläuterte der Vertreter aus dem Bundesverkehrsministerium zunächst die Verkehrsprognosen für 2030. „Wir gehen davon aus, dass die wesentlichen Faktoren für das Verkehrsaufkommen die Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung ist”, sagte Papajewski .

Während die Zahl der Einwohner leicht sinkt, nehmen die Fachplaner für Deutschlands Wirtschaft ein Wachstum von im Schnitt 1,14 Prozent im Jahr an. Demzufolge rechnen die Planer beim Personenverkehr auf der Schiene mit einem Anstieg um 19 Prozent, beim Güterverkehr sogar um 38 Prozent. Auf dieser Grundlage sei eine Engpassanalyse erstellt worden. „Sie zeigt, dass zwischen Lüneburg und Celle ein Engpass entsteht. Es gibt 2030 eine Überlast von 140 Güterzügen pro Tag, die dort nicht fahren könnten”, erläuterte Papajewski. Zwischen Verden und Nienburg würde eine Überlast von 60 Zügen enstehen, wenn keine neue Strecke Entlastung schaffen würde.

Doch diese Zahlen wurden im Forum nicht so ohne weiteres hingenommen und der Ruf nach unabhängigen Experten wurde laut. „Wir sind keine Verkehrsexperten und können Ihre Zahlen glauben oder auch nicht. Aus meiner Sicht gibt es Experten, die anderer Ansicht sind”, sagte Harburgs Landrat Rainer Rempe (CDU). Er wünschte sich einen unabhängigen Fachmann, der die Analyse des Bundes noch einmal unter die Lupe nimmt. Die Celler Vertreter sehen das ähnlich.

Von Tore Harmening