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Celle Stadt Trinkwasserproben im Landkreis Celle belastet
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Trinkwasserproben im Landkreis Celle belastet
17:06 05.05.2014
Trinkwasserprüfung auf Legionellen Quelle: Martina Hancke
Celle Stadt

„Von 562 genommenen Proben wurden 31 beanstandet”, sagte Hartmann. Zu den coliformen Bakterien gehören unter anderem Salmonellen, Klebsiellen und Enterobakterien. Sie müssen nicht unbedingt schädlich sein, sind sogar im Darm vorhanden, sollten nach Möglichkeit aber nicht im Trinkwasser auftauchen, weil sie in stärkerer Konzentration für Durchfall sorgen oder bei immungeschwächten Menschen noch schwerwiegendere Auswirkungen haben können.

Wie Hartmann weiter berichtete, ist das Ergebnis bei Hausbrunnen noch ein bisschen schlechter ausgefallen. Hier waren 14 Prozent der Proben verunreinigt. Trotzdem spricht Hartmann „von einem guten Wert, der da erreicht worden ist”. Ein perfekter Wert wurde bei Ecoli-Bakterien erreicht – seit 2011 durch die EHEC-Krise auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Hier gab es in allen Proben nicht einen Fund.

Positiv sieht Hartmann auch die Ergebnisse bei Warmwasseranlagen. Hier muss das Umweltlabor seit dem vergangenen Jahr durch eine Gesetzesänderung in 175 Gebäuden überprüfen, ob eine Verunreinigung mit Legionellen vorliegt. Es handelt sich dabei um Systeme, deren zentraler Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer mehr als 400 Liter fasst. Die Prüfung ist seit letztem Jahr vorgeschrieben.

Legionellen sind Stäbchenbakterien, die sich bei Unachtsamkeit in den Leitungen vermehren und die sogenannten Legionärskrankheit verursachen können, wenn sie zum Beispiel beim Duschen eingeatmet werden. Die Krankheit führt im schlimmsten Fall zum Tod. Es geht bei den untersuchten Gebäuden zum Beispiel um Mehrfamilienhäuser. In vier Prozent der Fälle wurden die Mitarbeiter fündig. Aus Sicht der Umweltlaborchefin ist das „ein Superwert. Früher hatten wir bis zu 20 Prozent der Proben, die auffällig waren.”

Hartmann gab der Politik auch einen Ausblick auf kommenden Aufgaben. Eine Herausforderung wird aus ihrer Sicht in den kommenden Jahren der Fokus auf alte Bleirohre in den Gebäuden. „Diese Rohre müssen alle ausgetauscht werden”, so ihre Einschätzung. Außerdem bringen die neuen Bauweisen bei Gebäuden auch neue Probleme. So wird sich das Umweltlabor wohl in den kommenden Jahren mit den Lüftungsanlagen bei Niedrigenenergiehäusern beschäftigen müssen. Die Arbeit wird dem Labor also wohl so schnell nicht ausgehen.

Von Tore Harmening