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Celle Stadt Tröpfel-Tunnel nervt Celler Passanten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tröpfel-Tunnel nervt Celler Passanten
20:35 24.02.2015
Von Michael Ende
Peinlich für eine Stadt, die hier doch eigentlich mit unterirdischer Lichtkunst punkten möchte: der Tröpfel-Tunnel Bahnhof. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Ein ganz normaler, öder Tunnel mit dunkelgrauen Wänden - das war die Unterführung neben dem Celler Bahnhof, bis sie von der Bahn AG erneuert wurde. Heute irritiert hier pastellfarbene Lichtkunst an den hellgrauen Wänden die Passanten, und Wasserspiele sprudeln munter und stetig durchs nigelnagelneue Gemäuer. Insgesamt beliefen sich die Baukosten auf rund 10,6 Millionen Euro. Hinzu kamen städtische Mittel für die Licht- und Klangkunst in Höhe von etwa 80.000 Euro. Die Lichtkunst ist gewollt, die Fontänen sind es nicht. Der Wassereinbruch ist auf Pfusch am Bau, der von 2010 bis 2012 dauerte, zurückzuführen. Während er die Passanten nervt, lässt er die Bahn ziemlich kalt. Sie lässt sich mit der Sanierung des Tröpfel-Tunnels Zeit, bis vielleicht noch andere Mängel hinzukommen. So ist es wirtschaftlicher.

Die Celler WG-Politikerin Jutta Jung gehört zu denen, die keine Lust haben, in einem Tunnel nass zu werden. "Als betroffene Radfahrerin und Orts- sowie Stadtratsmitglied erstaunt es mich, dass weder die Bahn AG noch die Stadt Celle sich in der Verantwortung sehen, zügig Abhilfe zu schaffen. Nach dem Motto 'steter Tropfen höhlt den Stein' will die Bahn bis zum Ablauf der Gewährleistungsfrist in Ruhe abwarten", sagt Jung. Dabei sei nicht sicher, ob dieses Abwarten zu weiteren oder nachhaltigen Schäden der Bausubstanz führe: "Die Stadt möchte wohl die Licht- und Klanginstallationen durch eine Tropfen-Sinfonie ergänzen. Das Nachsehen haben allerdings die Bürger, die bei schlechtem Wetter auch in der Unterführung nicht auf einen Regenschirm und Gummistiefel verzichten können."

"Es ist äußerst ärgerlich, dass uns dieses Thema immer noch begleitet", so der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer. Das Bauwerk gehöre der Bahn. Die Stadt könne und dürfe aus haftungsrechtlichen Gründen nicht eingreifen: "Deshalb wirken wir in regelmäßigen Abständen auf die Bahn ein. Unser letzter Kenntnisstand war der, dass die Bahn die von ihr beauftragte Firma im Rahmen der Gewährleistung zur Behebung der Mängel auffordert." Dies solle im Zusammenhang mit den in diesem Jahr geplanten Arbeiten an Gleisbett und Bahnsteigen geschehen.

"Auf der anderen Seite ist die Stadt für die Verkehrssicherheit verantwortlich. Das heißt, wenn austretendes Wasser zu Rutschpartien führt, müssen wir punktuell zeitnah eingreifen. Das ist auf die Dauer kein Zustand", sagt Fischer: "Im Zusammenhang mit der Sanierung der Bahnbrücke im Zuge des Wilhelm-Heinichen-Rings wird es in Kürze diverse Abstimmungsgespräche geben. Neben einem erneuten schriftlichen Vorstoß werden wir diese Zusammenkünfte nutzen, um erneut auf die Reparatur der Unterführung zu drängen."