Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Trotz SPD-Desaster: Lühmann schafft Wiedereinzug in Bundestag
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Trotz SPD-Desaster: Lühmann schafft Wiedereinzug in Bundestag
21:49 24.09.2017
Von Simon Ziegler
Dirk-Ulrich Mende (Mitte) und Maximilian Schmidt applaudieren Kirsten Lühmann, auch wenn die SPD ihre Ziele weit verfehlt hat. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Sie versuchte gar nicht erst, das Abschneiden der Sozialdemokraten schönzureden. "Wir haben das Ziel, dass Martin Schulz Bundeskanzler wird, nicht erreicht. Das ist das schlechteste Ergebnis der SPD seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte sie. "Wir haben die Sorgen der Menschen ernst genommen, aber augenscheinlich konnten wir das nicht transportieren", räumte Lühmann ein.

Sie selbst bekam 30 Prozent der Erststimmen, etwa 4,2 Prozent weniger als vor vier Jahren (Stand 21:45 Uhr). Dass ihr Konkurrent Henning Otte noch mehr, nämlich fast sechs Prozent verlor, konnte sie zumindest als kleinen Erfolg verbuchen. "Mein Ergebnis ist deutlich über dem Bundes- und Parteitrend. Die Menschen haben anerkannt, was ich gemacht habe", sagte sie der CZ. Es änderte aber nichts daran, dass sie keine Chance hatte, das Celler Direktmandat zu gewinnen.

Über das starke Ergebnis der Rechtspopulisten sei sie bestürzt. "Noch schlimmer ist, dass die AfD künftig einen Bundestagsvizepräsidenten stellen wird", sagte Lühmann.

Der Celler SPD-Chef Dirk-Ulrich Mende, der selbst auf einem aussichtslosen Listenplatz für den Bundestag kandidiert hatte, war extrem enttäuscht. "Ich glaube, dass die Opposition jetzt der richtige Weg für die Sozialdemokraten ist", so der frühere Oberbürgermeister. Das sah der SPD-Unterbezirksvorsitzende und Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt genauso: "Die Groko-Ära ist vorbei." Mit Blick auf die Landtagswahl in drei Wochen gab er sich kämpferisch. Es gelte jetzt, die Erfolge der SPD-Regierung deutlich zu machen. (siz)