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Celle Stadt Tunnelübungsanlage: Nur verhaltene Hilfe aus Berlin
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tunnelübungsanlage: Nur verhaltene Hilfe aus Berlin
13:58 11.04.2013
Von Gunther Meinrenken
Oliver Moravec (rechts), Leiter der NABK, erläuterte dem Parlamentarischen Staatssekretär Ole Schröder (links) und dem heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Henning Otte die geplante Tunnelübungsanlage. Quelle: Alex Sorokin, Montage: CZ
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Mehr als ideelle Hilfe vom Bund ist nicht drin für die geplante Tunnelübungsanlage auf dem Gelände der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) in Scheuen. Geld wird es aus Berlin für ein solches Projekt nicht geben. Das wurde jetzt deutlich, nachdem der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Ole Schröder, sich vor Ort ein Bild gemacht hatte.

Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte hatte Schröder nach Scheuen eingeladen. Er wollte damit für die einmaligen Chancen werben, die so eine Übungsanlage bietet. Die Botschaft kam bei Schröder auch durchaus an. „Ich bin begeistert über die Möglichkeiten, die sie beschrieben haben. So eine Anlage ist unbedingt notwendig“, erklärte Schröder, nachdem der Leiter der NABK, Oliver Moravec, das Gesamtkonzept der Akademie und insbesondere das Projekt der Tunnenübungsanlage erläutert hatte.

Nach den bisherigen Vorstellungen könnten in Scheuen zwei unterschiedlich lange Röhren gebaut werden, verbunden mit einem Übergang und einer „Autobahnzufahrt“. Der große Vorteil einer solchen Anlage: Sie kann unter Feuer gesetzt werden. „In ganz Deutschland gibt es bisher keine Tunnelübungsanlage. Südlich des Mains fahren die Feuerwehren zum Üben in die Schweiz“, erläuterte Moravec. Ansonsten haben die Einsatzkräfte nur die Möglichkeit, an einer bestehenden Anlage vor Ort zu trainieren. Und die kann man natürlich nicht unter Feuer setzen.

Der Leiter der NABK ist sich deshalb sicher, dass sich eine Tunnelübungsanlage in Scheuen zum Anziehungspunkt für Feuerwehren aus dem gesamten Bundesgebiet, vor allem aus Norddeutschland entwickeln könnte. Hier gibt es bisher nicht nur den Elbtunnel in Hamburg. Bei Glückstadt ist mit etwa sechs Kilometern Länge der längste Straßentunnel der Republik geplant. „Vor diesem Hintergrund bekommt eine Übungsanlage eine ganz neue Bedeutung“, meinte Moravec.

Bleibt die Frage der Kosten, die auf etwa 15 Millionen Euro geschätzt werden. Der Betrag ist in den gesamten Kosten von etwa 74 Millionen Euro enthalten, die das Land für die NABK zur Verfügung stellen will. Dass sich andere Länder an den Investitionen an der Tunnelanlage beteiligen, ist nicht zu erwarten, allenfalls über die Nutzung wird mit Einnahmen gerechnet.

Und der Bund wird aller Voraussicht nach auch kein Geld geben. Staatssekretär Schröder war zwar sehr angetan, sagte aber: „Ich werde das mit nach Berlin nehmen und mit den Kollegen aus dem Verkehrsministerium besprechen. Wir werden prüfen, inwieweit der Bund koordinierende Aufgaben übernehmen kann, um andere Länder zu beteiligen. Grundsätzlich ist Brandschutz Ländersache“, machte er deutlich.