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Celle Stadt Turbinen kaputt: Rathsmühle immer teurer
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Turbinen kaputt: Rathsmühle immer teurer
12:44 16.03.2012
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. "Ist doch klar: Das Land muss zahlen", hieß es im vergangenen Jahr aus dem Celler Rathaus, als es darum ging, wer die Kosten für den Abriss des Silo-Anbaus der Rathsmühle übernehmen sollte, der durch Rammarbeiten für die im Bau befindliche Fischtreppe verursacht worden war. Das Land ist anderer Meinung, und nun will man im Celler Rathaus erst einmal in Vorleistung gehen, damit die Bauarbeiten nicht vollends aus dem Ruder laufen.

"Für die Planung des Fischaufstiegs werden Mehrauszahlungen in Höhe von 196.400 Euro erwartet. Die zusätzlichen Baukosten werden sich voraussichtlich auf 273.700 Euro belaufen", erläuterte Stadtbaurat Matthias Hardinghaus, der darlegte, dass das Fischtreppen-Projekt auch noch von Bau-Erschwernissen im Untergrund beeinträchtigt werde. In einem Vertrag mit dem Land sei zwar geregelt worden, dass der Kostenanteil der Stadt auf 350.000 Euro gedeckelt sei - das bedeute jedoch nicht, dass man jetzt nicht in Vorleistung gehen müsse, damit die Arbeiten nicht ins Stocken gerieten. Auf ihre Frage, ob es für die Stadt bei diesem "Nullsummenspiel" bleibe, erhielt Georgia Langhans (Grüne) eine ausweichende Antwort: "Wir bestellen die Musik, und wir müssen mit dem Land verhandeln." Das Thema wurde an den Verwaltungsausschuss überwiesen.

Dieses Gremium muss sich auch mit der Frage beschäftigen, wie man auf die Nachricht reagieren soll, dass die drei Turbinen der Rathsmühle schwer beschädigt sind. Die Verwaltung schlägt vor, die derzeit ausgebauten Wasserräder für runde 480.000 Euro reparieren zu lassen. Diese Instandsetzung der rund 65 Jahre alten Anlage sie allemal günstiger als der mit 1,5 Millionen Euro veranschlagte Kauf neuer Turbinen, so Hardinghaus, der darauf hinwies, dass der Stadt in jedem Monat, in dem die Anlage nicht in Betrieb sei, Stromeinspeisungseinnahmen zwischen 7000 und 24.000 Euro entgingen.

Im Ausschuss wurde deutlich, wie wenig die Politik noch mit dem Minus-Rendite-Objekt, dass sie als vermeintliche "Gelddruckmaschine" gekauft hatte, zu tun haben will: "Bloß weg damit!" In diesem Sinne drängte Langhans darauf, die Mühle mit komplett neuen Turbinen auszustatten und dann an die Stadtwerke zu verkaufen. "Das war auch unsere Idee - und zwar vor dem Kauf der Mühle durch die Stadt", sagte Joachim Falkenhagen (FDP). Er forderte, dass man sich im Rathaus endlich wie von der FDP längst beantragt ernsthaft an den Verkauf der Mühle machen solle: "Ich weiß nicht, wie lange das noch gehen soll und wieviel Geld wir noch für diese Chose bezahlen sollen."

Die Idee, das Objekt an die Stadtwerke zu verkaufen, habe etwas für sich, meinte auch Heiko Gevers (CDU): "Nachdem, was ich gehört habe, wäre man bei den Stadtwerken durchaus nicht abgeneigt." Zur Not könne die Politik auch ein wenig nachhelfen: Immerhin könne die Stadt ihrer Tochter Stadtwerke vorschreiben, was sie zu tun habe.