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Celle Stadt Über die Moral des Helfens
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Über die Moral des Helfens
15:30 28.09.2018
Eckhard (Jürgen Kaczmarek), Christine (Johanna von Gutzeit), Leo (Gintas Jocius), Eva (Stefanie Winner) und Rainer (Pascal Andrea Vogler) treten von einem Fettnäpfchen ins nächste. Quelle: Engelke / Schlosstheater Celle
Celle

CELLE. Fünf engagierte Bürger stecken mitten in den Vorbereitungen für eine Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten eines Schulprojektes im afrikanischen Guinea-Bissau. Oberstes Ziel: Spendenbereitschaft wecken! Wie aber funktioniert das: Muss ein Spendenaufruf ein schlechtes Gewissen machen, oder darf man ihn vielleicht sogar unterhaltsam inszenieren? In „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“ gerät die Planung der Veranstaltung zur echten Bewährungsprobe – die böse-komische Satire aus der Feder von Ingrid Lausund feiert am 13. Oktober um 20 Uhr in Halle 19 des Celler Schlosstheaters Premiere.

Dass Lausund, die unter dem Pseudonym Mizzi Meyer unter anderem die Drehbücher zur Grimme-Preis gekrönten NDR-Serie „Der Tatortreiniger“ schreibt, sich in ihren Stücken oft tragikomisch mit aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen auseinandersetzt, dürfte man der von Regisseur Ralf Siebelt und Dramaturg Matthias Schubert entwickelten Inszenierung wohl deutlich anmerken. Dass sich Lausunds Figuren immer wieder mit der Anforderung konfrontiert sehen, in Zeiten verfallender Werte die richtigen Entscheidungen treffen zu müssen, ebenfalls – hat sich das Schlosstheater in der laufenden Spielzeit doch nicht zuletzt dem politischen Theater verschrieben. „Es ist sozusagen unsere Leitmelodie, mit Stücken und Stoffen sehr direkt an die Stadtgesellschaft und die Region heranzutreten“, betont Schubert, seit August Chefdramaturg in der Residenzstadt.

Wird in „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“ anfangs noch um formale Fragen gestritten, verheddern sich Eva (Stefanie Winner), Christine (Johanna von Gutzeit), Leo (Gintas Jocius), Rainer (Pascal Andrea Vogler) und Eckhard (Jürgen Kaczmarek) schnell immer tiefer im Netz aus Pauschalisierungen, Vorurteilen und vermeintlich politisch-korrekten Vermeidungsstrategien. „Die Akteure treten von einem Fettnäpfchen ins andere“, erklärt Siebelt, „das Stück resümiert sehr gut, wie hilflos wir als wohlmeinende Helfer manchmal sind.“ Siebelt ist in Celle übrigens kein Unbekannter – er hat von 1997 bis 1999 als Hausregisseur am Schlosstheater gearbeitet und in der letzten Spielzeit „Biedermann und die Brandstifter“ inszeniert.

Was sind eigentlich die Motive? Welchen Klischees hängt man an? Und sollte man nicht besser noch einen „echten“ Afrikaner engagieren, um der Botschaft „authentischen“ Nachdruck zu verleihen? Man darf gespannt sein, wie das bissige Stück über die Moral des Helfens und Spendens gute Absichten entlarvt, ohne an Problemen vorbeizusehen. Dabei wolle man die Helferhaltung aber keineswegs persiflieren, kündigt Siebelt an. „Wir hoffen auf Identifikationsmomente, die der ein oder andere Zuschauer bei sich beobachten kann.“

Von Christina Matthies

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