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Celle Stadt Überflieger-Hengst Espri ist tot
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Überflieger-Hengst Espri ist tot
12:40 17.06.2011
Von Michael Ende
Starb als 30-Jähriger: Top-Hengst Espri. Quelle: nicht zugewiesen
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CELLE. Espri - dieser Bursche war ein echter Prachtkerl. Und regelmäßig stach ihn der Hafer. An die Anfangszeit des Hengstes Espri im Celler Landgestüt erinnern sich gestandene Gestüter noch mit einem Grinsen. Denn der Hengst machte aus ihnen erst fliegende und dann gefallene Gestüter- einige rund 30 mal. "Noch im Februar konnten wir den 30. Geburtstag unseres ältesten Landbeschälers feiern", sagt Landstallmeister Axel Brockmnann. Espri habe sich sich das liebgewonnene frische Ei über dem Hafer schmecken lassen: "Doch bereits zu Beginn der Decksaison fiel dem Hengst das Springen auf das Phantom schwer, so dass wir uns entschlossen, Espri aus dem Frischsameneinsatz zu nehmen. Da der ein wenig eigenwillige, dafür aber umso sympathischere Fuchshengst aber ansonsten eher zur Kategorie rüstiger Rentner gehörte, sollte er seinen Lebensabend auf dem Landgestüt verbringen. Ein spezielles Seniorenmüsli, der tägliche Paddockgang und liebevolle Pflege waren nun vorrangig in seinem Leben. In den letzten Tagen verschlechterte sich sein Gesundheitszustand plötzlich und so rapide, dass Espri jetzt nach einem multiplen Organversagen erlöst wurde."

Bereits als Fohlen habe der Fuchs aus Lachendorf für Aufsehen gesorgt, so Brockmann: "Espri zu beschreiben, bedeutet Superlativen zu benutzen. Er war ein Hengst von unglaublicher Präsenz und einem schier unerschütterlichen Selbstbewusstsein. Züchtersohn Rolf Deecke erinnert sich noch gut an den Versuch, das mehr als kecke Hengstfohlen mit seinem Vater Rolf Deecke senior auf einer Fohlenschau vorzustellen. Es existiert wohl nur ein Bild aus seinem Geburtsjahr, auf dem Espri willig an der Hand geht – alle anderen Bilder zeigen ein vor Energie und Tatendrang sprühendes Fohlen. Espri war etwas Besonderes und er wusste dies ziemlich genau. Auf der Fohlenschau irgendwo gesittet in einer Reihe laufen zu müssen, war einfach nicht nach seinem Geschmack. Er war erst zufrieden, wenn er an der Spitze lief."

Der damalige Landstallmeister Burchard Bade habe Gefallen an dem "Charakterkerlchen" gefunden, so Brockmann. So habe Espris unvergleichliche Karriere begonnen. Espri gilt als bedeutendster Eiger I-Sohn und als der Stammhalter der hannoverschen A/E-Linie. 1995 wurde Espri zum Hannoveraner Hengst des Jahres gekürt. Die Gewinsumme seiner sportlichen Nachfahren wird auf 2.272.857 Euro beziffert. Der Hengst E.T. FRH sei der bekannsteste Espri-Nachkomme, so Brockmann: "Der kleine Fuchswallach verdiente im Parcours über 3,2 Millionen Euro und gilt damit als das gewinnreichste Springpferd der Welt."