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Celle Stadt Überzeugendes Baustellenkonzert am Lauensteinplatz
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Überzeugendes Baustellenkonzert am Lauensteinplatz
17:11 23.03.2015
Christian Zündel und Kerstin Weise Quelle: Lothar H. Bluhm
Celle Stadt

Kahle, grelle Glühbirnen hängen an nackten Stromkabeln von der Decke, ausgeschnittene Öffnungen für Lichtschalter und Steckdosen warten auf die nächsten Arbeitsschritte und der Packpapier-Sichtschutz vor den Schaufenstern ist bewusst eingerissen und lässt Blicke ins Ladeninnere zu. „Das ist schon eine ungewöhnliche Atmosphäre“, lobt Pianistin Heike Lindemann die Idee, ein Konzert in einem leerstehenden Laden, praktisch während der Umbauphase zu veranstalten.

Sehr intensiv und hautnah intonierte dann auch die Sopranistin Kerstin Weise Stücke von Friedrich Hollaender, Friedhelm Kändler, Eduard Künneke oder auch Michael Jary und Heino Gaze, während der Sprech- und Stimmlehrer Christian Zündel Texte von Erich Kästner, Rainer Maria Rilke, Eduard Mörike rezitierte.

Mit Tiefgang, verschmitzter Oberflächlichkeit und leichter Muse bewegten sich die Sopranistin, der Sprecher und die Pianistin immer irgendwo zwischen Schnulze und Kunstlied, Sappho und Schwitters, Lyrik und Lust. Sie überraschten ihr Publikum, indem sie Sprache und Lyrik sowie Lied und Musik zu einem fröhlichen, ernsthaften, spannenden Hörerlebnis vereinten.

Man wolle eine „Gehörprobe“ mit dem Ziel des gemeinsamen Dialogs veranstalten, begrüßte Dirk Murawski-Betz, Inhaber der Fasch-Augenoptik Celle, auch für den Geschäftsführer der Wichmann-Gruppe, Michael Herrmann, das fachkundige, interessierte Publikum zu dem musikalischen Experiment. Man wolle Kultur ins Quartier bringen. Dass das gelungen ist, zeigte der lang anhaltende Applaus der über 50 Zuhörer, die auf Zugaben des Trios drängten.

Von Lothar H. Bluhm