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Celle Stadt Ungewisse Zukunft für Celler Familienzentrum
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ungewisse Zukunft für Celler Familienzentrum
18:50 03.11.2014
Von Gunther Meinrenken
Paulus-Familienzentrum in Celle/Neustadt-Heese; Archivbilder aus dem Mai 2011 Quelle: Martina Hancke
Celle Stadt

Kirchengemeinde, Kindergarten, "Der Laden" und das Familienzentrum – rund um die Pauluskirche hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren ein ineinandergreifendes Angebot für die Bevölkerung in der Heese geschaffen, das auch in Bezug auf die soziale Arbeit in dem Stadtteil von großer Bedeutung ist. Ein Baustein daraus, das Familienzentrum, droht nun allerdings wegzubrechen. Die Finanzierung ist ab dem kommenden Jahr nicht mehr gesichert.

"Wir wollen möglichst ganzheitlich auf die Menschen zugehen, auch Eltern und Großeltern in den Blick nehmen. Im Familienzentrum arbeiten wir daran", erklärt Hans-Georg Sundermann, Superintendent des Celler Kirchenkreises, der es äußerst "misslich" finden würde, wenn das Familienzentrum aus diesem "Verbundsystem" herausbrechen würde.

Vor sechs Jahren waren in der Landeskirche die Familienzentren mit einer Anschubfinanzierung aus der Taufe gehoben worden. Zuerst waren Projektmittel bis 2012 zur Verfügung gestellt worden. Anschießend wurde die Finanzierung durch die Landeskirche bis Ende 2014 verlängert. Die Hoffnung in Hannover: Vor Ort würden nach Ablauf der Förderperiode die Kommunen einsteigen. Das ist zum Teil auch im Bereich der Landeskirche geschehen, allerdings nur in etwa 50 Prozent der mittlerweile etwa 100 Familienzentren wie etwa in Osnabrück, Hannover, Wolfsburg und Peine.

Der Kirchenkreistag in Celle hat bei seiner jüngsten Sitzung jetzt einen Antrag an die Landessynode gestellt, sich mit der Folgefinanzierung zu beschäftigen. "Wir wollen, dass eine Zwischenfinanzierung bereitgestellt wird, bis die Angelegenheit endgültig entschieden ist", so Superintendent Sundermann. Die Erfolgsaussichten sind unklar.

"Wir haben in den Haushalt 2015/2016 keine zusätzlichen Mittel für die Familienzentren eingestellt", teilt Arvid Siegmann, Bereichsleiter Diakonisches Werk und Referent für kirchlich-diakonische Einrichtungen und Kindertagesstätten bei der Hannoverschen Landeskirche, mit. Er hatte gehofft, dass sich ähnlich wie in Nordrhein-Westfalen das Land an der finanziellen Förderung der Familienzentren beteiligen würde. "Die Landesregierung in Niedersachsen hat dies in Aussicht gestellt, aber es gibt bis jetzt kein Förderprogramm", beklagt Siegmann.

Dass das Celler Familienzentrum nun auf sich allein gestellt ist, sei kein Einzelfall, so Siegmann. "Im Augenblick geht es nur über Eigenmittel, Spenden oder andere Finanzierungsquellen. Oder man muss die Angebote einschränken", sagt Siegmann.