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Celle Stadt "Unprofessionelle Entscheidung"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Unprofessionelle Entscheidung"
18:06 26.03.2013
Von Christoph Zimmer
Der Schauspieler Claude Oliver Rudolph posiert am 18.11.2012 in Hamburg bei der Premiere des Musicals "Rocky" auf dem Roten Teppich vor dem TUI Operettenhaus. Foto: Axel Heimken/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: Axel Heimken
Celle Stadt

Intendantenwechsel sind üblich am Theater. In der Kunst gehört es zur Normalität, dass Verträge gekündigt oder nicht verlängert werden. Sie sind so üblich wie in kaum einem anderen Bereich der Gesellschaft, wo es häufig noch Lebensanstellungen und Berechenbarkeit gibt, wo Entlassungen zu Entsetzen bei den Mitarbeitern führen können. Und dennoch hat Claude-Oliver Rudolph den Celler Schlosstheaterverein jetzt heftig kritisiert, nachdem der im Juli 2014 auslaufende Vertrag der bisherigen Intendantin Bettina Wilts nicht verlängert und Andreas Döring vom Jungen Theater in Göttingen im Februar als Nachfolger vorgestellt worden war. „Es wird Heulen und Zähneklappern geben, wenn sie weg ist“, befürchtet der 56 Jahre alte Filmbösewicht, der seit Frühjahr 2012 am Schlosstheater arbeitet und seitdem auch in Celle wohnt.

Rudolph kritisierte, dass der Schlosstheaterverein „eine falsche und unprofessionelle Entscheidung“ getroffen habe. „Es ist Wahnsinn, was sie in der Vergangenheit am Schlosstheater auf die Beine gestellt hat.“ Er sei nicht wegen der großen Gage nach Celle gekommen, sondern weil Wilts „attraktive, spannende Sachen und Stücke auf die Bühne gebracht und für eine fantastische Auslastung gesorgt“ habe.

Rudolph, der am Schlosstheater keinen festen Vertrag besitzt und gegenwärtig an einer Inszenierung für die neue Spielzeit arbeitet, hatte bereits vor der Ernennung des neuen Intendanten angekündigt, dass er sein Engagement in Celle beenden werde, wenn Wilts Vertrag nicht verlängert werden sollte. An dieser Aussage hat sich nichts geändert. „Für mich ist danach definitiv Schluss in Celle“, sagt Rudolph. Das gelte auch für seine Kontakte und sein Telefonbuch, die er mitnehmen werde. Zuletzt hatte er Katy Karrenbauer von einem Engagement in Celle überzeugt. In den nächsten sechzehn Monaten wolle er auf jeden Fall „ein Fass aufmachen und nochmal richtig Gas geben“.

Wie es danach weitergeht, steht noch nicht fest. Döring, der künftige Intendant, hatte nach seiner Vorstellung in einer Betriebsversammlung auf der Bühne des Schlosstheaters zwar erklärt, dass er mit jedem sprechen werde, der mit ihm an dem Haus bleiben wolle. Aber dieses Ansinnen hat sich bei Rudolph offenbar erledigt. Fest steht für Rudolph dagegen, dass er gemeinsam mit Wilts an einem anderen Theater arbeiten wolle. Noch sei aber nichts spruchreif. Der wohl bekannteste deutsche Filmbösewicht legte sich unter anderem mit James Bond an.

Allerdings widersprach er den Gerüchten, die sich hartnäckig im Umfeld des Theaters halten, dass ihn und Wilts mehr als nur eine Freundschaft verbindet. „Das erzählt ja jeder“, erklärte Rudolph, „aber zu solchen Sachen gebe ich grundsätzlich keine Auskunft.“ Ihm werde „immer, wenn ich mit jemandem essen gehe, etwas angedichtet“.

Es werde ihm aber definitiv schwer fallen, Celle zu verlassen. „Es hinterlässt immer ein Loch, wenn ich von einem Theater weggehe“, sagt Rudolph. Von den Leuten in Celle sei er auch außerhalb des Theaters sehr herzlich empfangen worden. „Ich fühle mich hier sehr wohl.“ Aber am Ende sei er da zu Hause, wo er als Schauspieler auf der Bühne steht. „Das ist das Leben, was ich mir ausgesucht habe.“