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Celle Stadt Unterhaltsamer Abend mit Michy Reincke in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Unterhaltsamer Abend mit Michy Reincke in Celle
19:52 02.02.2014
Von Christopher Menge
Sänger und Geschichtenerzähler: Michy Reincke sorgte in der CD-Kaserne für beste Unterhaltung. Quelle: Benjamin Westhoff
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Unterhaltsam, kurzweilig, witzig. Michy Reincke hat bei seinem Tourstart in der CD-Kaserne in Celle wieder einmal bewiesen, dass er mehr ist als „nur“ ein deutscher Pop-Sänger. Im Laufe des vierstündigen Konzerts brillierte er auch immer wieder als Geschichtenerzähler. „Es war wie immer gut“, sagte Zuhörerin Birgit Plückebaum aus Celle, „besonders unterhaltsam ist, wie er zwischen den Stücken moderiert.“

Das Lob gab der Entertainer schon vor dem Konzert an die rund 200 Zuhörer in der CD-Kaserne zurück. „Dieses Klatschen und Kreischen – ich habe Celle sofort erkannt“, sagte Reincke, bevor er Nachwuchskünstlerin Vivie Ann ankündigte, „ich weiß, dass viele Männer nicht freiwillig hier sind, daher ist dieser Auftritt für euch.“ Vivie Ann überzeugte aber nicht durch ihr Aussehen, sondern vor allem durch ihre schöne Stimme, mit der sie die englischen Texte sang.

Das Michy Reincke Trio – der Sänger wurde von Jörn Heilbut und Ralf Denke unterstützt – startete mit dem neuen Song „Ich will die Sache nicht unnötig in die Länge ziehen“ und hatte damit schon die ersten Lacher auf ihrer Seite. Gut drei Stunden später standen alle Zuschauer, klatschten und sangen den Klassiker „Taxi nach Paris“. In die Länge gezogen hatte Reincke die Veranstaltung an einigen Stellen – und das kam an bei den Fans. Einige waren extra aus Wolfsburg und Hannover angereist.

Doch Reincke fand auch ernste Worte zwischen den Stücken. „Die Hitparadisierung kennt keine Grenzen“, kritisierte er und sang dazu „lass die Lieder nicht von der Marktforschung schreiben.“ Zudem rechnete er vor, wie wenig den Musikern von den Einnahmen von Streaming im Internet bliebe. „In zehn Jahren gibt es keine qualitativ hochwertige Musik mehr“, warnte er.

Gleichzeitig gab er aber auch mehr oder weniger ernst gemeinte Tipps für den Umgang mit Frauen und ging mit den Cellern den bekannten Weg in „Nächte(n) übers Eis“. Das eigene Älter werden nahm er außerdem immer wieder zu Späßen zum Anlass. Und so hatte er auch eine Begründung, als das Konzert um kurz vor Mitternacht zu Ende war. „Wir müssen noch zum Mitternachts-Bingo“, so Reincke, der vorher aber noch fleißig Autogramme schrieb.