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Celle Stadt Unterhaltsamer Mix mit A-cappella-Quartett „LaLeLu“ in CD-Kaserne
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Unterhaltsamer Mix mit A-cappella-Quartett „LaLeLu“ in CD-Kaserne
17:27 05.03.2017
Anspruchsvolle Musik und humorvoller Blödsinn: Sanna Nyman als Chefin der Tierklinik mit einem sexy-skurrilen Auftritt. Quelle: Peter Bierschwale
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„Müssen wir wirklich jedem Trend hinterherrennen?“, fragten die Musiker zu Beginn. Alles mies zu machen, sei ein solcher Trend, oder die Hipster mit ihren „Hochwasserhosen“ und auffälligen Brillen: „Früher trug man Brillen, um besser zu sehen, heute um besser auszusehen.“

Auf ein musikalisch erstklassig gesungenes Lied im Adele-Stil hatten sie einen Text über einen Handy-Verkäufer mit „Verkaufshohlsprüchen“ gelegt, und bei einem Song über das „Kratzen im Hals“ zeigte die Gruppe, wie gekonnt sie den schmalen Grat zwischen anspruchsvoller Musik und humorvollen Blödsinn beschreiten kann. Neben der Musik fiel das beachtliche Talent der drei männlichen Sänger für Stimmimitationen auf, allen voran Tobias Hanf, der für einen längeren Solo-Auftritt Sonderapplaus erhielt.

LaLeLus Programm war nicht nur musikalisch das beste, das die Gruppe bisher auf die Bühne gebracht hat, auch die Moderationen, Choreografien, Requisiten und die Lichttechnik genügten hohen Ansprüchen und gestalteten den Abend kurzweilig. Natürlich verfügen die Sänger eines solchen Chores über herausragende Stimmen, aber die Kunst bestand darin, diese richtig einzusetzen. Das gelang der Gruppe ohne Ausnahme.

Bei leicht anzüglichen Songs übernahm zumeist die hinreißende Sanna Nymann den Leadgesang. Die Mezzosopanistin mit finnischen Wurzeln brachte mit ihrer klaren Stimme das Publikum um den Verstand, auch ihre Bühnenpräsenz war zumindest für ein A-Cappella-Programm beachtlich. Herrlich lasziv und abgeklärt sang sie über ihren „Sex am Mittwoch“, und bei der „7-Minuten-Oper“ von LaLeLu klang sie wie Mozarts „Königin der Nacht“.

Diese „Oper“ war für das Programm exemplarisch: Die vier Künstler beeindruckten nun mit Arien-Gesang, aber die holzschnittartige Handlung war „schön“ blöd und bildete einen herrlichen Kontrast zur Musik.

Nach mehreren Zugaben schloss LaLeLu dann mit einem finnischen Gute-Nacht-Lied, bezaubernd gesungen von Sanna Nymann.

Von Peter Bierschwale