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Celle Stadt Valentinstag
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Valentinstag
16:28 12.02.2010
Celle Stadt

Dem Ehepartner, der Freundin, dem guten Freund, der alten, vielleicht einsamen Nachbarin, der Freundin in Übersee per

E-Mail, jemand, der bei Gott im Himmel lebt und dem Sie ein Zeichen der Liebe auf das Grab legen?

Schauen Sie mal, wie der heilige Valentin es gemacht hat: er ging als Bischof immer wieder auf die Straßen, um Gottes Frohe Botschaft, das Evangelium, zu verkünden. Den Menschen, die er traf, schenkte er bunte Blumensträuße aus dem Klostergarten. Weil er den Männern der Stadt befahl, bei Frau und Kindern zu bleiben statt in den Krieg zu ziehen, war der Kaiser so wütend, dass er Valentin töten ließ.

Valentin sagt uns etwas durch die Blume, aber seine Botschaft ist ganz klar: leidenschaftlich tritt er für Liebe und Frieden ein. Bischöfe und Bischöfinnen müssen sich fantasievoll für den Frieden einsetzen. Die Zeichen der Schöpfung verschenkt er als Liebeserklärung Gottes. Er schenkt also nicht nur seine Zuneigung, er schenkt nicht nur aus Verliebtheit, sondern weil er sich selbst reich beschenkt weiß von Gott. Am Valentinstag können wir uns natürlich immer nur eine begrenzte Zahl roter Rosen leisten. Aber bald kommt wieder der Frühling mit all seiner Blütenpracht. Mitten in der Fastenzeit werden wir durch Gottes Liebe beschenkt und können die Frühlingsblumen aus dem Garten unserem Nächsten weiterschenken. Wir können uns auf das Fest des Lebens, auf die Osterglocken zum Fest der Auferstehung freuen.

Es müssen nicht immer Rosen sein. Aber am Sonntag, am Valentinstag, werde ich zwei rote Rosen nach Bergen-Belsen bringen und an den Gedenkstein von Anne und Margot Frank legen. Als Zeichen der Liebe Gottes. Ein paar weitere Rosen auf die Massengräber. Im Laufe des Jahres, in dem das ehemalige Konzentrationslager den 65. Befreiungstag begeht, werden wir von der AG Bergen-Belsen immer wieder mit Blumen dastehen, damit Besucher und Überlebende an dem Ort, der uns oft die Sprache verschlägt, durch Blumen sprechen können. Vielleicht können auch Sie dort mal ein solches Zeichen setzen. Egal, ob es eine rote Rose ist, die auch an das Martyrium des Valentin von Terni erinnert, der 268 nach Christus starb, oder eine andere Blume.

Herzlich danke ich auch allen, die im Laufe des Jahres Gott Blumen schenken, in den Kirchen in Celle und im Landkreis, auf dem ökumenischen Kirchentag in München, in der Gebetsecke im eigenen Haus. Ich bin mir sicher, dass Gott sich darüber freut, über diese Zeichen der Liebe!

Von Günther Birken