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Celle Stadt Verdi besucht Celler SPD-Stammtisch: "Bei Mitarbeitern herrscht große Angst"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Verdi besucht Celler SPD-Stammtisch: "Bei Mitarbeitern herrscht große Angst"
18:21 06.11.2014
Celle Stadt

Mit Handzetteln, Fahnen und einem großen Plakat haben am Mittwochabend 14 Celler Verdi-Vertreter vor dem Eingang des Restaurants "Zum Groben Otto" die Besucher des SPD-Stammtisches begrüßt. "Wir hatten bisher nur Kontakt zur Führungsebene und wollen heute Abend ausloten, wie die Basis zu den Plänen der Stadtverwaltung steht", erklärte Verdi-Vertreter Ralf Piening, der auch im Personalrat der Stadt aktiv ist.

Anlass des Besuchs sind mögliche Umstrukturierungspläne im Rathaus. Angesichts der miserablen Haushaltslage lässt die Verwaltung prüfen, ob Bauhofleistungen an externe Unternehmen vergeben werden können und welche Vorteile die Überführung und Umorganisation des Fachdienstes Klärwerk und Kanalbetrieb sowie der anderen technischen Betriebe wie Straße, Grün, Beleuchtung und Friedhof in eine andere Organisations- und Rechtsform mit sich bringen würde – beschlossen ist noch nichts.

Dennoch herrsche laut Piening bei den Verwaltungsmitarbeitern "ganz große Angst" um ihre Arbeitsplätze und die künftigen Arbeitsbedingungen. Ein Verdi-Vertreter verwies auf die bereits erfolgte Ausgliederung der Stadtwerke und des öffentlichen Nahverkehrs: "Von den Kollegen dort ist nicht viel Positives zu hören."

Der Celler SPD-Chef Christoph Engelen, der wie die meisten Genossen erst am Morgen aus der CZ von dem Besuch erfahren hat, sagte in seiner Begrüßung: "Was mir persönlich aufstößt, ist die Art und Weise, wie wir davon erfahren haben. Dennoch freuen wir uns über den Besuch und sind gesprächsbereit, auch wenn es sich heute Abend um Privatmeinungen handelt."

Der Sozialdemokrat Michel Devezeau zeigte Verständnis für die Verdi-Aktion, da die Basis so aus erster Hand mitbekomme, was die Gewerkschaft bewegt: "Die Erfahrung hat schließlich gezeigt, dass die Arbeitsbedingungen der Angestellten durch solche Schritte eher schlechter als besser werden." Der Genosse Gerd Graf könne die Ängste zwar nachvollziehen, teile diese aber nicht: "So ein komplexes Thema kann bei einem Stammtisch nicht angemessen diskutiert werden. Ich halte eine Prüfung ohne Denkverbote angesichts der Haushaltslage für absolut nötig."

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende, der regelmäßig an dem Stammtisch teilnimmt, hielt sich in der Diskussion lange zurück, äußerte sich aber doch: "Angesichts des Haushaltsdefizits haben wir gegenüber der Kommunalaufsicht die Pflicht, alle Optionen zu prüfen." Die Prüfung liege derzeit auf Eis, bis der vakante Posten des Ersten Stadtrates besetzt ist, so Mende: "Ohne den werde ich nichts entscheiden."

Von Kai Knoche