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Celle Stadt Verdi misstraut der Stadt: Zukunft der Celler Jugendhilfe schon entschieden?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Verdi misstraut der Stadt: Zukunft der Celler Jugendhilfe schon entschieden?
19:44 18.09.2017
Von Michael Ende
Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Celles neuer Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) hat angekündigt, dies prüfen lassen zu wollen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi befürchtet, dass die Entscheidung hinter den Kulissen bereits getroffen worden sei. "Die Zeiten und die Modalitäten seien noch unklar, man hört allerdings aus Mitarbeiterkreisen, dass bereits Büroräume beim Landkreis gesucht werden, wo die Stadtmitarbeiter unterkommen können", so Lorenzo Poli vom Verdi-Bezirk Lüneburger Heide.

Der Gewerkschaftssekretär kritisiert, dass keinerlei politische und fachliche Diskussion stattfinde, sondern nur hinter verschlossenen Türen Weichen gestellt würden: "Wir fordern, dass der Personalrat der Stadt bei dieser grundsätzlichen Entscheidung rechtzeitig und umfassend informiert und mit ins Boot geholt wird, wie die Mitbestimmungsgesetze es erfordern".

Die fachlich hochwertige Arbeit der Jugendhilfe in Celle werde dabei im schlimmsten Fall von Finanzpolitikern und von Nigge nicht berücksichtigt, so Poli, der daran erinnert, dass die Stadt sich vor 15 Jahren schon einmal "mit guten Gründen gegen eine Übertragung dieser Aufgabe an den Landkreis entschieden" habe. Damals wollte sich die Stadt soziale Gestaltungsmöglichkeiten erhalten.

Die Stadtverwaltung möchte sich im Detail noch nicht äußern. "Wir sind als Verwaltung stets dabei, uns und unsere Strukturen zu überprüfen, unter anderem auch auf Synergien mit dem Landkreis. Diese Prüfungen werden grundsätzlich ergebnisoffen und unter Einbeziehung der Mitarbeiter vorgenommen. Nach Abschluss werden wir der Politik entsprechende Entscheidungsvorlagen unterbreiten", so Stadtsprecherin Myriam Meißner.

Landrat Klaus Wiswe (CDU) bestätigt, dass die Stadt Celle zurzeit Überlegungen über eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis Celle in einer ganzen "Reihe von Aufgabenbereichen" anstelle: "Dabei geht es nicht um qualitative Verschlechterungen, sondern um Synergieeffekte, sich daraus ergebende finanzielle Entlastungen, aber auch qualitative Verbesserungen." Verschiedene Aufgaben wie die Jugendhilfe seien genau zu analysieren, so Wiswe: "Der Landkreis beteiligt sich an den entsprechenden Untersuchungen. Alle zu erörternden Themen laufen über eine von Stadt und Landkreis eingerichtete Projektgruppe." Diese Projektgruppe solle Vorschläge entwickeln, die dann intern und in den entsprechenden Gremien von Stadt und Landkreis weiter zu beraten seien: "Im konkreten Fall der Jugendhilfe befinden sich Stadt und Landkreis zum jetzigen Zeitpunkt noch in den Vorüberlegungen."