Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Vergabeskandal: Stadt entschädigt unterlegenen Bieter mit 15.000 Euro
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Vergabeskandal: Stadt entschädigt unterlegenen Bieter mit 15.000 Euro
15:52 30.12.2011
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Die Summe wird der im Verfahren unterlegene Bieter GOS Gesellschaft für Ortsentwicklung und Stadterneuerung erhalten. Deren Geschäftsführer Mathias Granitzki hatte den Vergabeskandal ins Rollen gebracht, als er im Frühjahr Beschwerde vor der Vergabekammer Lüneburg eingereicht hatte. Damals war bekannt geworden, dass die Bremer BauBeCon den Zuschlag erhalten sollte. Die Vergabekammer sah es aber letztlich als erwiesen an, dass die Stadt Celle im Verfahren schwerwiegende Verstöße gegen die Vergabeordnung begangen hatte. Die Stadt hob das Verfahren daraufhin auf.

Granitzki hatte ursprünglich eine andere Summe vorgeschwebt. Die Bewerbung habe das Kieler Unternehmen 25.000 Euro gekostet, so der GOS-Geschäftsführer noch vor ein paar Monaten. Zu diesem Betrag steht Granitzki nach wie vor. Allerdings will er es mit der Stadt Celle auch nicht auf einen Rechtsstreit ankommen lassen.

„Wir haben mit der Stadt Celle einen Vergleich geschlossen. Dabei haben wir die Vor- und Nachteile abgewogen. Dazu zählt auch, dass wir uns bei einer erneuten Ausschreibung wieder bewerben wollen. Da wäre ein Rechtsstreit mit der Stadt Celle sicherlich nicht förderlich“, sagte Granitzki. Er hofft bei dem neuen Verfahren auf einen fairen Wettbewerb.

Im Neuen Rathaus will man sich die Zahlung des Schadensersatzes vom Architekten Martin Niehenke zurückholen. Das kündigte Oberbürgermeister Mende an. „Wir werden uns bei Niehenke schadlos halten“, kündigte Mende an. Eine entsprechende Aufforderung an den Architekten werde vom Rechtsamt der Stadt formuliert. „Wir müssen nur deshalb zahlen, weil uns Niehenke in eine Situation gebracht hat, die für die Stadt nachteilig war“, erklärte der Oberbürgermeister.

Damit bezieht sich Mende auf die Tatsache, dass Niehenke, der das Vergabeverfahren für die Altstadt betreut hat, auch für den Bremer Sanierungsträger BauBeCon tätig ist. Unter anderem war er in Greifswald von der BauBeCon mit Architektenleistungen beauftragt worden. Später sorgte Niehenke dann dafür, so der Verdacht, dass die BauBeCon beim Vergabeverfahren für die Altstadt vorne lag. Über diese Geschäftsbeziehungen hatte Niehenke die Stadt allerdings im Vorfeld seiner Beauftragung nicht unterrichtet.