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Celle Stadt Verkehrsclub kritisiert Lühmann-Konzept
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Verkehrsclub kritisiert Lühmann-Konzept
16:47 19.02.2015
Celle Stadt

„Es wirkt wenig souverän, wenn die Bundestagsabgeordnete in wichtigen verkehrspolitischen Fragen derart unterschiedliche Maßstäbe ansetzt. Während die SPD-Bundestagsabgeordnete in der Eisenbahnfrage den Schulterschluss mit den Bürgerinitiativen sucht und Neubautrassen für den Hafenhinterland-Güterverkehr ablehnt, befürwortet sie auf der anderen Seite vehement und unbeirrt den Bau der Autobahn 39 Lüneburg – Wolfsburg, die ein miserables Kosten-Nutzen-Verhältnis hat”, kritisiert VCD-Vorstandsmitglied Thilo Clavin.

Die DB habe mehrfach mitgeteilt, dass ein Ausbau der Bestandsstrecke Lüneburg – Uelzen – Celle unter dem "rollenden Rad" nicht möglich sei. Planung und Bau würden Jahrzehnte in Anspruch nehmen und viele der engen Ortsdurchfahrten seien nicht beliebig erweiterbar. „Unsere politischen Vertreterinnen aus Land und Bund sollten den Menschen deshalb nicht erzählen, als müsse beim Ausbau der Bestandsstrecke einfach nur ein weiteres neben die bestehenden Gleise gelegt werden”, so Clavin. In Wirklichkeit müsse dort über Jahre eine lärmende Großbaustelle betrieben werden. Der VCD wirbt stattdessen für die sogenannte Breimeier-Variante, die an Ballungszentren vorbei von Bremerhaven über Buchholz (Nordheide), Lüneburg und Dannenberg nach Wittenberge führt.

Kirsten Lühmann reagierte verärgert auf die Kritik des VCD. „Ich kann diese Ausführungen nicht nachvollziehen, weil ich immer dafür plädiert habe, jede Variante in das Dialogverfahren mit aufzunehmen”, sagte die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Sie verwies darauf, dass die Deutsche Bahn ihre vom VCD kritisierte Variante als „schwierig, aber machbar eingestuft hat. Außerdem würde der Ausbau nach meiner Planung nur bis Uelzen gehen”, so Lühmann. Auch bei der Breimeier-Variante geben es Probleme. „Ich möchte aber nicht eine populistische Diskussion über die Presse. Diese Fragen gehören ins Dialogforum”, so die Bundestagsabgeordnete.

Von Tore Harmening