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Celle Stadt Verliebt in die Ente, die er nie wollte
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Verliebt in die Ente, die er nie wollte
16:42 02.11.2018
Von Gunther Meinrenken
Liebe auf den zweiten Blick: Die Kasten-Ente von Peter Lorberg ist mittlerweile der Lieblings-Oldtimer des 73-Jährigen. Quelle: David Borghoff
Celle

„Ich wollte nie eine Ente haben“, gibt Peter Lorberg zu, macht eine kurze Pause und lächelt dann, „aber jetzt ist sie mein liebster Oldtimer“. Seit seinem 18. Lebensjahr begeistert sich der heute 73-Jährige für Oldtimer, mit 25 besaß er das erste Mal einen – eine Ente stand dabei aber niemals auf seinem Wunschzettel. Dennoch ist der Rentner seit zehn Jahren im Besitz einer Kastenente. Wie es dazu kam? Eher über Umwege.

„Alles fing damit an, dass eine Werkstatt in Wathlingen pleiteging und deshalb die Werkstatthalle versteigert wurde“, erzählt Lorberg. In ihr stand ein VW Bulli T1, den er unbedingt haben wollte. Wie bei raumweisen Versteigerungen üblich, konnte Lorberg jedoch nicht nur den VW Bulli ersteigern, sondern musste auch den restlichen Inhalt mitnehmen: darunter ein Mini, mehrere Reifen, Schrott und auch die Kastenente. „Die stand da schon zwei Jahre rum und war nur noch ein Müllhaufen“, erinnert der Oldtimer-Fan sich. Da niemand sie wollte, stand die Ente noch zwei weitere Jahre lang auf dem Hof – Versuche, sie an einen Nachbarn zu verkaufen, schlugen fehl.

Erst auf der Messe Bremen Classic änderte sich Lorbergs Sichtweise auf die Ente, als er mit Mitarbeitern von Citroën ins Gespräch kam. Er beschrieb ihnen seine Ente und erfuhr, dass es sich nicht um eine normale Ente – wie er es gedacht hatte – handelte, sondern um eine belgisch-französische Post-Ente. „Wegen der schlechten Straßenverhältnisse in Frankreich gibt es nicht mehr viele von ihnen“, erklärt der Oldtimer-Besitzer und fügt hinzu: „Mir wurde geraten, meine Ente nicht sterben zu lassen“.

Den Rat nahm er sich zu Herzen. Es folgten: viele Schweißarbeiten, das Überholen der Technik und eine neue Lackierung. Die Vollrestauration dauerte nahezu zwei Jahre. „Da hätte keiner von geträumt, dass wir die Ente restaurieren. Seitdem war aber nie mehr was dran“, ist Lorberg stolz.

Aus der Ente, die Lorberg niemals haben wollte, ist sein liebster Oldtimer geworden – Verkaufen würde er sie heute nicht mehr. Nicht nur der Besitzer ist begeistert von der Kastenente, auch auf der Straße wird er dauernd angesprochen. Die Ente ist ein Blickfang, mit dem jeder gerne einmal fahren würde: „Wenn ich Geld genommen hätte von jedem, der mitfahren wollte, könnte ich mir schon eine neue Ente kaufen“.

Mit keinem anderen Oldtimer unternimmt Lorberg so viele Fahrten wie mit der Kastenente. Dabei ist es von Vorteil, dass die Ente wetterfest ist und der Motor luftgekühlt. Ein Überhitzen ist sogar im Hochsommer im Stau ausgeschlossen. „Ich nutze jede Gelegenheit, um mit ihr zu Oldtimer-Treffen in Winsen Luhe oder auch Hamburg zu fahren“, berichtet der gebürtige Celler. Die weiteste Strecke hat er zu einem LKW-Treffen nach Kassel hinter sich gebracht.

Da in den Datenblättern die Aufbauart der Kastenente als „LKW geschlossener Kasten“ angegeben ist, ermöglichte dies auch die Teilnahme an LKW-Treffen – obwohl die Ente eher ein „Mini-LKW“, wie Lorberg sie liebevoll nennt, ist. Gemeinsam mit einem Freund nahm er den weiten Weg auf sich, um dann neben 100 richtigen Brummis zu stehen. „Die haben morgens um neun, als wir angekommen sind, gelacht und um zwölf haben sie immer noch gelacht“, erzählt Lorberg und muss selbst schmunzeln bei der Erinnerung an seine Ente zwischen all den großen LKW.

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