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Celle Stadt Vermehrte Wildwechsel: Celler Jäger wieder aktiv
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Vermehrte Wildwechsel: Celler Jäger wieder aktiv
21:25 04.11.2014
Von Jürgen Poestges
Hirsche auf einer Wiese. In Niedersachsen hat die Hauptjagdsaison begonnen. In Stadt und Landkreis Celle wird vor allem Schalenwild wie Rehe und Wildschweine geschossen. Quelle: Patrick Pleul
Celle Stadt

In Niedersachsen hat die Hauptjagdsaison begonnen. „Das bedeutet für Celle in Stadt und Landkreis, dass wir vor allen Dingen Schalenwild bejagen“, sagt Kreisjägermeister Hans Knoop. Schalenwild, das sind vor allen Dingen Rehe und Wildschweine. „Ich weiß ja, dass es viel Kritik an den Jägern gibt“, so Knoop. „Aber diese Jagden sind notwendig, weil das Wild sonst überhand nimmt. Und das wäre nicht gut die Forstwirtschaft und dient auch der Sicherung der Lebensgrundlagen des Wildes.“

In Stadt und Landkreis Celle werden nun vor allen Dingen Drückjagden veranstaltet. Knoop: „Da sind wir mit vielen Treibern und Hunden und Jägern unterwegs“, erklärt Knoop. Man mache das mit dieser Art der Jagd, um die Unruhe im Wald in Grenzen zu halten. „Dann ist mal für zweieinhalb bis drei Stunden was los, danach haben die Tiere wieder ihre Ruhe.“ Bei der Alternative der Einzeljagd hält sich das Wild häufig versteckt. „Die Rehe und Wildschweine riechen es, wenn Menschen im Wald sind. Was natürlich auch Stress ist für die Tiere.“

Und er weist auch daraufhin, dass in dieser Zeit auf einigen Straßen wieder Hinweisschilder auf die Jagden stehen und Geschwindigkeitsbegrenzungen angegeben werden. „Es ist im Interesse der Autofahrer, sich an die 50 Kilometer pro Stunde zu halten. Denn es läuft häufig Wild über die Straße. Und dann kommen häufig auch Hunde hinterher“, bittet der Kreisjägermeister um Verständnis.

Gejagt wird verstärkt auf Jungtiere. Und Wildschweine werden schwerpunktmäßig bejagt. „Da gibt es große Angst vor der Schweinepest“, sagt Knoop. „Sie rückt aus dem Osten immer weiter Richtung Deutschland vor. Aus Russland und Litauen kommt sie. Derzeit ist sie in Polen, und da ist es nicht mehr weit zu uns.“ Die Schweinepest ist zwar für Menschen nicht ansteckend, kann aber schnell an Hausscheine weitergegeben werden. „Das wäre der Supergau für die Schweinezüchter und könnte zu Milliardenschäden führen.“

Die Jagden werden bis Ende Dezember dauern, danach wird lediglich in Gebieten, in denen nach zu viel Wild ist, mit Einzeljagden „nachgebessert.“ „Wir können von dem geschossenen Wild Rückschlüsse ziehen auf die Bestände. Eine Zählung vorher ist sehr schwer, wir können den Bestand da ohnehin nur schätzen.“ Wo und wie viel Wild gejagt werden darf, wird von der Jagdbehörde des Landkreises festgelegt. „Das ist ein Gremium, das sich aus Mitarbeitern des Landkreises und der Jägerschaft zusammensetzt, erklärt der Kreisjägermeister, der selber auch in dieser Runde sitzt.

Gewöhnen müssen sich die Jäger indes an die Gegenwart des Wolfes. „Er ist wieder da, und er vermehrt sich schneller, als wir vermutet haben“, sagt Knoop. Es sei eine neue Situation, mit einem Großjäger leben zu müssen. „Er steht natürlich in gewisser Konkurrenz zum Jäger, weil er ja unseren Ertrag schmälert. Aber wir finden trotz allem positiv, dass er wieder da ist.“